Cognitio Sensitiva Ein Versuch über die Ästhetik als Lehre von der Erkenntnis des Menschen € 68,00

Cognitio Sensitiva Ein Versuch über die Ästhetik als Lehre von der Erkenntnis des Menschen € 68,00

ISBN: 978-3-8260-4292-8
Autor: Groß Steffen W.
Erscheinungsjahr: 2011
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68,00 EUR
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Art.Nr.: 4292
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ISBN: 978-3-8260-4292-8
Erscheinungsjahr: 2011
Seitenanzahl: 528
Sprache: deutsch
Kurzinhalt: Immer wieder sehen sich die Kulturwissenschaften dem Druck ausgesetzt, ihre Wissenschaftlichkeit erst beweisen zu müssen. Einige Mitglieder der kulturwissenschaftlichen Familie, darunter auch in weiten Teilen die Volkswirtschaftslehre, suchen diesem Druck zu begegnen, indem sie die Flucht nach vorn antreten – und sich als eine Art „soziale Physik“ konstituieren, gleich so, als böten die exakten Naturwissenschaften im Verbund mit der Mathematik den Maßstab für Wissenschaftlichkeit überhaupt. Friedrich August von Hayek kritisierte diese „Neigung“ bereits 1974 in seiner Dankesrede anläßlich der Verleihung des Wirtschaftsnobelpreises in scharfen Worten als „szientistischen Irrtum“, der „ganz un-wissenschaftlich“ sei. Ungeachtet der häufig wohlfundierten Kritik eifern die Kulturwissenschaften den (vermeintlich) so exakten Naturwissenschaften weiter nach, statt sich ihrer besonderen Erkenntnisbedingungen, -ansprüche und -wirkungen zu vergewissern und daraufhin selbstbewußt eigene philosophisch-wissenschaftstheoretische Grundlagen und spezifische Kriterien und gegenstandsadäquate Standards für Wissenschaftlichkeit zu entwickeln. Ausgehend von dieser Problemlage ist, über die epistemischen Grundlagen der Kulturwissenschaften aufzuklären: Was sind Kulturwissenschaften, wie sind sie verfaßt, wie kann eine angemessene philosophische Fundierung aussehen und wie geschieht die Begriffsbildung? Welche praktischen Konsequenzen zeitigen kulturwissenschaftliche Erkenntnisse und welche Rolle spielen Ideen und Konzepte dabei? Mithin geht es um nichts weniger als um die Frage nach der adäquaten Methode der Erfassung menschlicher Kulturleistungen. Ein hoffnungsvoller Ansatz dazu ist die ästhetische Weltauffassung von Alexander Gottlieb Baumgarten (1714-1762). Die von Baumgarten so benannte philosophische Sub-Disziplin „Ästhetik“ ist von ihm nicht als Philosophie der mehr oder minder schönen Künste, sondern als alternative Erkenntnistheorie (gnoseologia) konzipiert worden. Ihr Leitbegriff und Programm ist die cognitio sensitiva; ihr Ziel die cogitatio pulchre, das „schöne Denken“. „Schönes Denken“ bedeutet ein Denken von und in Zusammenhängen, sowie zugleich die sinnhafte Gestaltung unter besonderer Aufmerksamkeit für das Individuelle, Nicht-Generalisierbare. In der ursprünglichen Ästhetik geht es um das Ermessen und Darstellen der Spannung zwischen Individuellem und Allgemeinem und – als didaktischem Ziel – um die Entwicklung eines umfassenden, sensiblen Urteilsvermögens. Mit Blick auf die Erkenntnissituation in den Kulturwissenschaften erscheint Baumgartens Entwicklung der Bestimmung von „Ästhetik“, die Verbindung von Erkenntnis und gestaltendem Ausdruck, seine poietische Auffassung vom menschlichen Erkennen, besonders interessant und durchaus aktuell zu sein. Darauf gründet sich die Frage, ob wir nicht mit Baumgartens eigentümlichem Ansatz bereits eine Vorarbeit haben, die sich für eine philosophische Grundlegung der Kulturwissenschaften nutzen läßt? Der Erkenntnisfortschritt in den Kulturwissenschaften, den Wissenschaften vom Menschen und seinen kulturgestaltenden Leistungen, hat wohl nichts so sehr zu seiner Voraussetzung wie die Vertiefung der Einsichten in die Bedingungen von Erkenntnis. Dazu möchte diese Studie einen kleinen Beitrag leisten. Der Autor Steffen Groß studierte Volkswirtschaftslehre an HU und TU Berlin. Nach zweijährigem Lehr- und Forschungsaufenthalt in Oxford ist er seit 2005 mit der Konzeption und dem Aufbau des Studienganges „Kultur und Technik“ an der BTU Cottbus befaßt und dabei in der Lehre insbesondere für das Modul „Ökonomik und Philosophie“ verantwortlich. Daneben ständiger Gastwissenschaftler am Wolfson College, Oxford, und dort vor allem Mitarbeit am Sir Isaiah Berlin Papers Project.

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