Organtransplantation. Schriftenreihe des Instituts für Angewandte Ethik, Bd.2.

Organtransplantation. Schriftenreihe des Instituts für Angewandte Ethik, Bd.2.

ISBN: 978-3-8260-1867-1
Autor: Brudermüller, Gerd / Seelmann, Kurt (Hrsg.)
Band Nr: 2
Erscheinungsjahr: 2000
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Art.Nr.: 1867
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ISBN: 978-3-8260-1867-1
Band Nr: 2
Erscheinungsjahr: 2000
Seitenanzahl: 361
Sprache: deutsch
Kurzinhalt: Der vorliegende Band 2 (der Reihe "Schriften des Instituts für Angewandte Ethik e.V.") ist aus einem Symposium des Instituts für Angewandte Ethik zur Organtransplantantion hervorgegangen und um einige weitere Beiträge ergänzt worden. Ziel des Symposiums war die Verbindung von medizinischen, juristischen und ethischen Fragestellungen der Thematik zu einem interdisziplinären Gespräch. Kaum eine andere medizinische Innovation der letzten Zeit hat nämlich zugleich auch zu einer so flächendeckenden Vermessung von Recht und Ethik geführt wie die Transplantantion. Wann endet der rechtliche Schutz des Lebens, wann ist der Mensch tot, wann hört er auf, ein Rechtssubjekt zu sein? In welchem Maß kann er als Lebender, aber auch über den Tod hinaus, über seinen Körper bestimmen, und was darf ihm die Gemeinschaft insoweit verbieten, was darf sie ihm an Solidarität abfordern? Welchen Anspruch auf Pietät haben Angehörige, welchen Schutz von Trauerarbeit kennt das Recht? Wer hat in all diesen Fragen, besonders aber wenn es um den Handel mit Organen geht, eine Definitionsmacht über Menschenwürde? Und nach welchen Kriterien schließlich sollen verfügbare knappe Organe unter denen vertreilt werden, die ihrer zum Weiterleben bedürfen - nach Effizienz, nach Chancengleichheit oder nach Dringlichkeit? Person, Lebensrecht, Freiheit und Sozialbindung, Pietät, Menschenwürde und Verteilungsgerechtigkeit - einige der wichtigsten Problemstellungen des Rechts und der Ethik bilden hier zusammen mit der modernen Medizin eine Schnittmenge. Einige Beispiele mögen dies verdeutlichen: Bei der Lebendspende fordert das neue deutsche Transplantationsgesetz Verwandtschaft oder eine besondere persönliche Verbundenheit. Doch schon, ob man den Organhandel wirklich verhindern sollte, ist international durchaus umstritten. Auch läßt sich sicherlich darüber streiten, ob innerhalb der genannten Empfängergruppe der Spender nicht vielleicht in manchen Fällen noch einer größeren Gefahr psychischer Pressionen ausgesetzt ist. Besondere Aufmerksamkeit in der öffentlichen Debatte erregt natürlich das Todeskriterium bei der Spende ex mortuo. Das Hirntod-Konzept, das den Tod durch den Ausfall sämtlicher Gehirnfunktionen definiert, ist neuerdings, insbesondere in der Gesetzgebungsdebatte in Deutschland, in Zweifel gezogen worden. Daß sodann bei der Lebendspende die Einwilligung des über den Eingriff sowie dessen Risiken und Folgen umfassend aufgeklärten Spenders vorausgesetzt wird, ist unumstritten. Umstritten ist hingegen, welche Einwilligungsanforderungen an die Entnahme ex mortuo zu stellen sind. Muß der Spender zu Lebzeiten ausdrücklich zugestimmt haben (enge Zustimmungslösung)? Oder reicht es schon aus, daß er nicht ausdrücklich widersprochen hat (enge Widerspruchslösung)? Oder kommt es, insbesondere wenn keine ausdrückliche Aussage des Spenders zu Lebzeiten vorliegt, auf den Willen der Angehörigen an (weite Zustimmungs- bzw. Widerspruchslösung)? Das Gesetzgebungsverfahren in der Schweiz hat hier einen bedeutsamen Streitpunkt, aber auch in Deutschland sind keineswegs alle Fragen geklärt. Eine weitere Zustimmungslösung ist hier vorgesehen, die freilich Fragen offen läßt. Welches dürfen schließlich die Kriterien für die Verteilung der knappen Organe sein? Gesetze schweigen sich hier oft aus und delegieren an bestimmte Vermittlungsstellen - auch das deutsche Transplantationsgesetz spricht mehr nebenher davon, die Organe seien "insbesondere nach Erfolgsaussicht und Dringlichkeit für geeignete Patienten zu vermitteln". Schon daß es zwischen den Kriterien der Erfolgsaussicht und der Dringlichkeit Konflikte geben kann, und daß mit der Wartezeit ein weiteres möglicherweise mit beiden andern Kriterien konfligierendes Kriterium vorliegt, wird nicht ausreichend deutlich. INHALT Vorwort - Einführung - I. Grundfragen: Dieter Birnbacher: Organtransplantation - Stand der ethischen Debatte - Kurt Seelmann: Organtransplantation - die strafrechtlichen Grundlagenprobleme - Johann S. Ach: Ende der Natürlichkeit: Bioethik und Organtransplantation - Bernd Pohlmann-Eden: Medizinisch-naturwissenschaftliche Grundlagen der Hirntoddiagnose - II. Einzelprobleme: Thomas Gutmann/Werner Land: Ethische und rechtliche Fragen der Organverteilung: Der Stand der Debatte - Johann S. Ach / Urban Wiesing: Ethische Aspekte des Organmangels und der Organverteilung - Ulrich Steinvorth: Wem gehören meine Organe? - Ulrich Schroth: Die strafrechtlichen Tatbestände des Transplantationsgesetzes - Friedrich Chr. Schroeder: Gegen die Spendenlösung bei der Organgabe - Ute Walter: Befugnisse der Angehörigen bei der Organentnahme nach dem Transplantationsgesetz - Gilbert Thiel: Wie soll die Organentnahme bei Toten zum Zweck der Transplantation geregelt werden - Gedanken eines Schweizer Arztes - III. Anhang: Transplantationsgesetz Der erste Band des Instituts für Angewandte Ethik e.V. erschien 1999 mit dem Titel "Angewandte Ethik und Medizin"; Band 3 erscheint im zweiten Halbjahr 2000 zur Thematik "Zukunftsverantwortung und Generationensolidarität". Band 4 befaßt sich mit "Suizid und Sterbehilfe". Die Herausgeber Gerd Brudermüller, Studium der Rechtswissenschaft und der Philosophie. Dr. iur., von 1989-1994 im Bundesministerium der Justiz, seit 1995 Richter am Oberlandesgericht in Karlsruhe. Vorsitzender einer Ethikkommission. Kurt Seelmann lehrt Strafrecht, Rechtsphilosophie und Strafrechtsgeschichte an der Universität Basel (früher Universität Hamburg). Er ist u.a. Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Rechts- und Sozialphilosophie und Mitherausgeber der "Rechtsphilosophischen Hefte".

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