Kleine Medien. Kulturtheoretische Lektüren. Mikrographien / Mikrokosmen. Kultur-, literatur- und medienwissenschaftliche Studien, Bd. 1

ISBN: 978-3-8260-6619-1
Autor: Ruf, Oliver / Schaffers, Uta (Hrsg.)
Band Nr: 1
Year of publication: 2019
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Product No.: 6619
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ISBN: 978-3-8260-6619-1
Series Nr: Mikro
Band Nr: 1
Year of publication: 2019
Pagenumbers: 258
Language: deutsch
Short description: Über die neue Reihe:
Die Konstitution des ‚Kleinen‘ muss als die Konstitution derjenigen Zuschreibungen und Entfaltungen gelesen werden, die eine Konzentration von differenten – exemplarischen und singulären – Faktoren hervorbringen. Die Zusammenschau dieser Einzelheiten stellt das Wesentliche minoritärer Ordnungen dar, wobei sich das ‚Kleine‘ etwa in Modellen, Miniaturen und Narrationen bildet. Jene drücken das Begehren aus, Welten herzustellen, die ‚funktionieren‘ (Susan Stewart) und die dann interiors aufrufen: ein Innen/eres im Innen/eren. ‚Kleines‘ in dieser Sichtweise zu betrachten, beschreibt eine sowohl mikrographische als auch mikroskopische Perspektive. Deren Grundthese besagt, dass Miniaturisierungen die Gegenüberstellung von Objekt und Repräsentation, von Alltäglichem und Außerordentlichem ermöglichen, wobei der Gedanke des Mikrographischen und Mikroskopischen immer auch die Frage nach der Entstehung derartiger Entsprechungen zwischen scheinbar disparaten Phänomen stellt. Die Schriftenreihe MIKROGRAPHIEN / MIKROKOSMEN will jenes ‚Kleine‘ und vermeintlich Unscheinbare unter die Lupe nehmen. Ein grundlegender Begriff ist dabei derjenige der ‚Dimension‘, da er bedingt und gleichermaßen evoziert, ob und wie etwas Kleines wahrgenommen wird. Sowohl Übertreibungen wie Untertreibungen finden nur in Beziehungen statt, Relationalisierungen wiederum führen zu Skalierungen, die Beschreibungen ermöglichen. In der Natur gibt es keine Miniaturen, sondern sie sind Resultat einer (kulturellen und sinnlichen) Manipulation; insofern sind Miniaturen und auch Mikrokosmen Ausdruck anthropozentrischer Konzeption sowie kultureller und historischer Konzeptionen von Standard und Normierung.

Kleine Medien. Kulturtheoretische Lektüren
Spätestens seitdem mittels integrierter Schaltkreise nur einige Millimeter große Plättchen aus Halbleiter-Materialien – so genannte Mikrochips – komplexe Prozessoren und Speicherleistungen ermöglichen, ist die Miniatisierung technischer Medien eine bedeutende Voraussetzung des technologischen Fortschritts. Aber nicht allein in dieser Hinsicht ist das Kleine und Kleinste medialer Erscheinungen ein bemerkenswertes Dispositiv gesellschaftlicher Realitäten: Auch kleine Medienformate, wie sie heute beispielsweise im Kontext der ‚sozialen Medien‘ auftreten (Postings, Twitternews usw.) oder kleine Mediengehäuse wie Kassetten, Datasetten, Floppy Disks, CD-Roms oder USBSticks, Kompaktkameras oder Mini-Tablets evozieren die Frage nach einer vor allem kulturtheoretischen Reflexion derartiger ‚Kleiner Medien‘. Inwiefern ändern sich kulturtechnische (Körper-)Praxis und soziales Verhalten, wenn die Alltagskommunikation aus dem Drücken von virtuellen Buttons, dem Verschieben von Reglern auf reduzierten Displays oder dem (lange Zeit) maximalen Nutzen von 140 Zeichen für Nachrichtentexte besteht? Wandert das Kleine der Medien in die Körper und die Kultur ein oder verlangen Körper und Kultur nach dieser Kleinheit? Wenn ja: Warum? Und inwiefern? Ist absehbar, dass ‚Große Medien‘, je nach Auffassung des Medienbegriffs, keine Zukunft mehr haben? Also dass die Dominanz riesiger Medienhäuser, Großbildschirme oder auch maximale Kino-Leinwände den Zenit überschritten haben und gewissermaßen, auf die Maße (und andere Intensität) der Virtual- Reality-Brillen geschrumpft, auf dem Rückmarsch sind? An deren Stelle könnte, so eine Prognose, weiterhin verstärkt die maschinelle wie ideelle, die greifbare wie diskursive Verkleinerung der Möglichkeiten und Erscheinungsformen von Medien treten, d.h. das Dispositiv des Kleinen gleichsam im Licht der Mediatisierung. Für diese und weitere Beobachtungen und Befunde will der Band Beiträge versammeln, die sich in ganz unterschiedlicher und daher genuin inter- wie transdisziplinärer Weise dem Phänomen der ‚Kleinen Medien‘ annehmen.

Die Herausgeber:
Prof. Dr. Oliver Ruf ist Professor für Medienästhetik und Designtheorie an der Fakultät Digitale Medien der Hochschule Furtwangen sowie Studiendekan „Design Interaktiver Medien / Interactive Media Design“ (Master-of-Arts).
Prof. Dr. Uta Schaffers ist Professorin für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik am Institut für Germanistik im Fachbereich Philologie/ Kulturwissenschaften der Universität Koblenz-Landau, Campus Koblenz.

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