Heimatland - Vaterland - Abendland. Über alte und neue Populismen.

ISBN: 978-3-8260-6456-2
Autor: Briese, Olaf / Faber, Richard (Hrsg.)
Erscheinungsjahr: 2018
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Art.Nr.: 6456
Zurck
ISBN: 978-3-8260-6456-2
Erscheinungsjahr: 2018
Seitenanzahl: 284
Sprache: deutsch
Kurzinhalt: Regionalismen oder gar Nationalismen, so schien es einige Zeit, wären altmodische Ideologien des 19. und 20. Jahrhunderts. Aber sie sind im Zeitalter der Globalisierung mitnichten außer Kurs geraten, vielmehr gewinnen sie, zum Teil aufgrund von Globalisierungsprozessen, neue Wirkungskraft. Dabei ist das, was man "neuen Nationalismus" nennen kann, nichts eindeutig Fixiertes und nicht in jedem Fall an die Existenz realer Nationalstaaten gebunden. Außerdem ist, so scheint es, zwischen Nationalismen von "unten" und Nationalismen von "oben" zu unterscheiden. Populistisch ausprägen können sich beide. – Der vorliegende Sammelband möchte Facetten aktueller Nationalismen kritisch vorstellen, indem er fragt: Welche Funktion haben sie? An welche Traditionsstränge knüpfen sie an und wie werden diese transformiert? Auf welche Weise integrieren und desintegrieren sie? Wie sind sie mit universalen Menschenrechten vereinbar? Klar ist jedenfalls, auch "Abendland" ist ein zwar größeres, aber ebenso hochproblematisches "Vaterland". Die prinzipiell legitime "Heimat"-Frage muss also offen bleiben.
Inhalt:
Vorwort – I. Rechtspopulismus zwischen Liberalkonservatismus und Rechtsextremismus – O. Briese: Neue Nationalismen und Populismen – K.- S. Rehberg: „Abendland“ als Fluchtort verlorener Heimatlichkeit? PEGIDA als Exempel – P. U. Hohendahl: Volk, Nation und Präsident: Donald Trumps Populismus – R. Faber: Populismen und Nationalismen der jüngsten Vergangenheit, erinnert solcher der unmittelbaren Gegenwart wegen – D. Ghonghadze: Liberalkonservative Ritter-Schule und rechtskonservative Strömungen heute. Konvergenzen und Divergenzen – II. Regionalismus und Nationalismus in Geschichte und Gegenwart – C. Türcke: Nation – Volk – Heimat. Drei kompromittierte Begriffe, die gleichwohl unaufgebbar bleiben – W. Kreutz: Die Pfälzer – ein deutscher Stamm? Eine überrepräsentative Fallstudie – C. D. Conter: „land ouni identitéit wat gär eng hätt“. Die Schriftsteller, das Nation Branding und die Identitätsdiskurse in Luxemburg – C. Schulte: Die Erfindung der Nation in Deutschland und Israel – ein Vergleich – R. Görner: Brexismus. Über eine postimperiale und neonationale Vermessenheit, nebst einem musikpsychologischen Exkurs – III. Die politischen Kampfbegriffe „Abendland“ und „Morgenland“ – R. Faber: Ewiges Abendland? Ein historischer Rückblick aus aktuellem Anlass – N. Mecklenburg: ‚Orient‘ zwischen Euphemismus und Kampfbegriff – K.-M. Bogdal: „Roma ist schon eine Volkszugehörigkeit für sich.“ Roma-Exklusion und die Kontinuität nationalistischer Denkmuster – IV. Geflüchtete, Einheimische und Angstgesellschaft heute – K. Grabbe: Zu uns. Reflexionen des Nationalen und Europäischen in deutschsprachiger Gegenwartsliteratur zu Flucht und Geflüchteten: Jenny Erpenbecks Gehen, ging, gegangen und Elfriede Jelineks Die Schutzbefohlenen – J. P. Mautner: „Fremde Heimat Salzburg“? Identitätsbildungen von MigrantInnen in den neunziger Jahren – J. Ahrens: Amok-Terror und Angstgesellschaft. Der Juli 2016 und die Ausweitung des Verdachts.
Die Herausgeber
Priv.-Doz. Dr. Olaf Briese ist Privat-Dozent am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin. Richard Faber ist Professor für Soziologie (der Literatur) an der FU Berlin.

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