Im Banne der roten Hexe. Kino als Lebensmittel.

ISBN: 978-3-8260-5897-4
Autor: Dütsch, Werner
Erscheinungsjahr: 2016
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19,80 EUR
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Art.Nr.: 5897
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ISBN: 978-3-8260-5897-4
Erscheinungsjahr: 2016
Seitenanzahl: 160
Sprache: deutsch
Kurzinhalt: Kindheit, Jugend, Kino. Fünfziger Jahre. Das fängt an mit kinderfreundlichen B-Filmen, die bald verschwinden werden, es endet mit dem Beginn der Nouvelle Vague. Neben der üppigen Filmprodukion der Fünfziger in den USA und Europa Filme, die der Krieg nicht nach Deutschland kommen ließ. Ein Universum, das sich mit Lichtgeschwindigkeit ausdehnte. Filmgenres die Sternbilder, das Hollywoodkino die Milchstraße, für deutsche Filme, gesehen und kaum gemocht, ein schwarzes Loch. Kinobegeisterung mit Problemen: heimliche Kinobesuche, heftige Kritik von Eltern, Schule und Kirche an den Filmen und ihren moralisch gefährdeten Zuschauern, - 817,6 Mill. waren es 1956 in den alten Bundesländern, 121,7 Mill. 2014 in allen Budesländern zusammen. Die pure Überwältigung wich langsam dem Vergnügen, den Filmen in die Karten zu schauen: Die reiche, schier endlos weite Kinowelt gab sich Schritt für Schritt als üppig geschmücktes Schaufenster zu erkennen. Eindringen in das Starsystem aus Göttern und Fußvolk, in die Unterschiede der Studios. Erste Namen von Regisseuren: Hitchcock, Ford, Huston, Chaplin (auch wenn ich seine Filme noch gar nicht sehen konnte). Die Filme traten ins Leben ein: Verweis auf ein mögliches Leben jenseits eng empfundener Gegenwart. Anregungen für Mode, Getränke, Lektüre. Die animierende, unermüdliche Sturheit der gegen alle Gewalten antretenden Filmhelden. Die Zensur wütete gegen Erotik, die Filme sprachen unablässig davon. Hilfreich war das nicht: Die Paare in den Filmen waren Erwachsene, ihre Dialoge waren im Diesseits einfach nicht zu wiederholen. Es blieb eine große Neugier. Zur größten erotischen Verzauberung wurde ein Tarzan-Film. Erwachsen werden: Aus dem heimlichen Kinogänger wurde ein Filmclubmitglied und Leser von Filmkritiken. Untertitelte Filme galten geradezu aus Ausweis für Filmkunst. Wenn da nicht Adornos vernichtende Kritik an aller Kulturindustrie verstört hätte. Meine erste Freundin fand Bardot-Filme gar nicht lustig und las Simone de Beauvoir. Dann ein erster Antonioni-Film: War das mit den richtigen und falschen Gefühlen doch ganz anders als angelesen und im Kino angeschaut?
Der Autor Werner Dütsch, viele Jahre Kino und Film - in Filmtheatern, einem Filmarchiv, in der Filmredaktion des WDR (Spielfilm, Dokumentarfilm, filmvermittelnde Sendungen). Feature für das Fernsehen und den Deutschlandfunk. Zwei Jahrzehnte Lehrbeauftragter an der Kunsthochschule für Medien Köln, Co-Autor des Buches Lola Montez - eine Filmgeschichte.

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