Bioethik und Biophänomen - Den Leib zur Sprache bringen € 39,80

ISBN: 978-3-8260-3371-1
Autor: Brenner, Andreas
Year of publication: 2006
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39,80 EUR
Product No.: 3371
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ISBN: 978-3-8260-3371-1
Year of publication: 2006
Pagenumbers: 306
Language: deutsch
Short description: Die großen Innovationen in der Erforschung und technischen Veränderung des menschlichen Lebens werden ethisch unter dem Begriff der "Bioethik" problematisiert. Die Bioethik erweckt dabei den Eindruck, sich von den biotechnologischen Entwicklungen die Themen diktieren zu lassen und die Fähigkeit zu eigenständiger Kritik weitgehend aufgegeben zu haben. Bioethik gerät damit in die Gefahr zur Legitimation einer im Fahrwasser der life sciences segelnden Biopolitik zu verkommen. Die vorliegende Studie geht davon aus, dass der beklagte Sinnverlust der Bioethik in der Vernachlässigung der Leib-Perspektive und einer einseitigen Ausrichtung auf die Ebene des Körpers begründet ist. Zur Erhellung dieser These wird der weitgehend in Vergessenheit geratene Leib wieder erinnert und in die politische und ethische Debatte eingeführt. Im Mittelpunkt dieses Unternehmens steht dabei sowohl die Leib-Philosophie von Hermann Schmitz und seiner Neuen Phänomenologie, wie auch diejenige von Maurice Merleau-Ponty. Neben der Leib-Theorie, welche den allein kör-perorientierten Bioethik-Diskurs ergänzt, tritt als zweites Anliegen der vorliegenden Untersuchung die Ablösung der für die Ethik wirkungsmächtigen Unterscheidung zwischen dem moralischen Akteur ("moral agent") und dem von der Handlung Betroffenen ("moral patient"). Diese Differenz führt, wie gezeigt wird, zu einer Verkürzung der ethischen Subjekte. Dieses Resultat folgt aus der Leiblichkeit der moralischen Entitäten, womit die überragende Stellung der Leiblichkeit weiter offen gelegt wird.

«Für Brenner steht im Zentrum der Bioethik der Bios, das Leben, steht. Der Leib erweist sich darin als eine Instanz, die die Sorge um das Leben sowohl zu artikulieren wie auch in ihrem Grund erst erkennen vermag. Bei biotechnologischen Projekten, wie sie häufig unter dem Schirm der politischen Institutionen der Gesundheitsfürsorge geplant werden, steht dagegen der Körper und nicht der Leib im Zentrum. So sieht Brenner Organtransplantationen oder Klonierungen als Ausdruck der Herrschaft über Körper. Sprachlich wird dies ausgedrückt durch die Vermeidung der ErstePersonPerspektive. Er sind darin ein größerer reduktionistischen Sprachspiels ist: das Subjekt wird außerhalb des Körpers im Nirgendwo angesiedelt, von wo ihm gleichwohl die Möglichkeit der InBesitznahme des Körpers zukommen soll. Auf diese Weise wird ein zutiefst unbefriedigendes Menschenbild generiert.»
Information Philosophie

Der Autor
Andreas Brenner ist Professor für Philosophie an der Universität Basel und der Fachhochschule Nordwestschweiz, FHNW in Basel.

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