Existenz, Negativität und Kritik bei Ulrich Sonnemann € 40,00

Existenz, Negativität und Kritik bei Ulrich Sonnemann € 40,00

ISBN: 978-3-8260-1751-3
Autor: Klenke C., Lehmann J.G., Schafstedde M., Schmied-Kowarzik W., Warsitz P.
Erscheinungsjahr: 1999
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Art.Nr.: 1751
Zurck
ISBN: 978-3-8260-1751-3
Erscheinungsjahr: 1999
Seitenanzahl: 311
Sprache: deutsch
Kurzinhalt: Die "Wiederentdeckung" der frühen, existenzphilosophisch geprägten Schriften Ulrich Sonnemanns nach seinem Tod 1993 wirft ein neues Licht auf die Herausbildung und die besondere Akzentuierung seiner Spätphilosophie. Besonders Existence and Therapy, 1954 in seiner Exilheimat, den USA, erschienen und als philosophische Grundlegung der (eigenen) psychotherapeutischen Praxis konzipiert, entwickelt bereits die Kerngedanken dessen, worin bisher Sonnemanns Nähe - und zugleich solidarische Distanz - zur "Kritischen Theorie" speziell Adornoscher Ausprägung gesehen wurde. Sie beziehen sich hier - in nicht minder ‚solidarisch' gemeinter Lesweise - im Besonderen auf M. Heidegger und die an diesen anknüpfende Daseinsanalyse L. Binswangers. Schon in dieser, als phänomenologische, gegen den Behaviorismus zu sich selbst gekommenen Psychologie macht Sonnemann den Einspruch und das praktische Eingreifen gegen das objektivistische Mißverstehen und somit Selbstmißverstehen des Menschen aus, dem sein weiteres Denken bis über sein zweites, fünfzehn Jahre später in Deutschland erschienenes Hauptwerk Negative Anthropologie. Vorstudien zur Sabotage des Schicksals (1969) hinaus nachspürt. Die "Negation", die in Sonnemanns späterer Distanzierung zu jenen Anfängen liegt, erweist sich als Strukturmoment seines "menschenwissenschaftlichen" Ansatzes, seiner Negativen Anthropologie selbst, indem sie, gleichsam gemeinsam mit ihrem ‚Gegenstand', der Objektivierung zum verhärteten Definitionsmodell vom Menschen widerspricht. Denn "Anthropologie" als Denken des Menschen ist für Sonnemann immer und unauftrennbar eines in beiden Bedeutungen des Genitivs: Lehre, Theorie, Verständnis vom Menschen und zugleich Selbstbildung, Praxis, Verstehen seiner selbst. Die Beiträge des vorliegenden Bandes, die auf einer Tagung zu "Genese und Perspektiven Negativer Anthropologie nach Ulrich Sonnemann" 1998 an der Universität/Gesamthochschule Kassel beruhen, gehen der Entwicklungsgeschichte und dem Bewegungsgesetz dieses Denkens in den verschiedenen Abschnitten, Aspekten und Gegenstandsfeldern des Sonnemannschen Werks nach: - der wiederentdeckten Auseinandersetzung mit Heideggers und Binswangers Lehren ebenso wie der zentralen und wechselhaft scheinenden mit Freuds und auch Lacans Psychoanalyse - Begriff und Praxis der Anthropologie als Psychologie bzw. Psychopathologie wie auch als Gesellschaftslehre oder Geschichtsphilosophie etwa im Marxschen Sinne - den zeit- und bewußtseinsphilosophischen bzw. wahrnehmungspsychologischen Aspekten anthropologischer Theoriebildung, z B. im Entwurf einer "transzendentalen Akustik" - den Kernbegriffen einer als "eingreifendes Denken" entworfenen Negativen Anthropologie, wie der "Spontaneität", der "Weltaufmerksamkeit", der "Negativität" der Conditio humana selbst - der politisch-essayistischen Praxis dieses Eingreifens als "Psychohistorie der Deutschen" in Sonnemanns Kultur-, Rechts- und politischer Kritik - den Implikationen der Sonnemannschen Philosophie für die Frage einer ‚politischen', "negativ-anthropologischen" Ethik - der Rolle von Literatur, Musik und Sprache. INHALT I. Brüche und Kontinuitäten im Denkweg Ulrich Sonnemanns: R.-P. Warsitz: Der Janusblick der Existenz. Die negative Triebkraft des Daseins - R. Schwendter: Von Existence and Therapy zur Negativen Anthropologie - C.-V. Klenke: Philosophische Kritik als Transzendenz - W. Schmied-Kowarzik: Sonnemann - "Spontaneität, die denkend in der Geschichte handelt". Von Existence and Therapy zur Negativen Anthropologie. II. Weltaufmerksamkeit und Wissenschaftskritik: A. Holzhey-Kunz: Hermeneutik im psychopathologischen Diskurs - Daseinsanalyse und Psychoanalyse - J. Küchenhoff: Sonnemanns Kritik an und mit der Psychoanalyse - heute - W. Blankenburg: Hören - Gehören - Zugehören. Notwendige Ergänzungen zur Phänomenologie des Sehens und Erblickens - H. Schweppenhäuser: Vorstellendes und vernehmendes Bewußtsein. Zu Sonnemanns psychohistorischer Variante einer ars civilis sensuum - H. Eidam: Die Frage nach der transzendentalen Realität der Zeit. U. Sonnemanns Kritik an Kants figürlicher Synthesis - G. C. Tholen: Risse im Gefüge der Zeit. Zur Dekonstruktion von Begriffsbildern - A. Steffens: Weltaufmerksamkeit - eine übersehene anthropologische Grundkategorie - H.-J. Lenger: Zäsuren des Spontanen - D. Kamper: "Auch die Historische Anthropologie ist eine negative". Gedanken über ein epistemologisches Minimum. III. Eingreifendes Denken: Kulturtheorie - Gesellschaftskritik - Ethik: K. Meyer-Drawe: Maschinen als Ebenbild des Menschen. Zu Sonnemanns Technikkritik - J. G. Lehmann: Anmerkungen zum "bundesdeutschen Dreyfus-Skandal" - F. Hermenau: Kulturkritik als Rechtskritik - K. Kraus und U. Sonnemann - M. Schafstedde: Ethik als kritisches Denken und Anspruch des Anderen - U.A. Müller: Spontaneität und Spur. Von der Schwierigkeit, eine Ethik zu begründen - Berührungen zwischen U. Sonnemann und E. Levinas - S. Gürtler: Ethik des Angesichts - Ethik des Hörens. Sonnemann und Lévinas - E. Goodman-Thau: Von der Kunst des Nachfragens - Ulrich Sonnemann jüdisch gelesen - C. Türcke: "Warum auf Gottverlassenheit ein Verlaß ist, während das Heilige sich entweder ereignet oder es bleiben läßt". Zu einer Sentenz von U. Sonnemann - E. Seiwert: Leverkühns Welt - "eine Welt ohne Mozart". U. Sonnemanns Maß und Anspruch - N. Rehrmann: Über den "sprachpädagogischen Nutzen" des "syntaktischen Eros". U. Sonnemanns Sprache und seine Kritik der deutschen Wissenschaftsprosa - H. Reinicke: Utopie und Negativität - Ulrich Sonnemann im Gespräch: P. Fiebig: "Mein gegenwärtiger Zustand". Autobiografische Gespräche mit U. Sonnemann, 1991-93 - Ein Bericht. Die Herausgeber C.-V. Klenke war wissenschaftlicher Mitarbeiter in einem Forschungsprojekt zu U. Sonnemann im Fach Philosophie an der Universität Kassel, jetzt an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. J.G. Lehmann arbeitete im selben Forschungsprojekt an der Universität Kassel. M. Schafstedde war wissenschaftliche Mitarbeiterin und ist Doktorandin ebendort. W. Schmied-Kowarzik lehrt als Professor Philosophie an der Universität Kassel. R.-P. Warsitz ist als Privatdozent für Philosophie und als Gastprofessor für soziale Therapie an der Universität Kassel und als Psychoanalytiker tätig.

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