ISBN: 978-3-8260-5271-2 Reihen Nr: Film Band Nr: 48 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Mit dem Film „Funny Games“ gelang dem mittlerweile Oscar prämierten Regisseur Michael Haneke 1997 der Durchbruch. Das verstörende Werk stellt eine ebenso radikale wie tiefgründige Auseinandersetzung mit dem Thema Mediale Gewalt dar. Der Film packt den Zuschauer bei seinen Thriller- Sehgewohnheiten, um ihm diese dann mit brachialer Wucht vorzuführen und gegen ihn zu wenden. Er macht die Problematik der Konsumierbarkeit medialer Gewalt für den Zuschauer unmittelbar erfahrbar. Zu diesem Zweck setzt der Regisseur in erster Linie auf eine radikal realistische Darstellung von Angst und Schmerz, bei der die Darsteller der Opfer bis an die Grenzen des Spiel- und Ertragbaren gehen. Um über die persönliche Betroffenheit hinauszuweisen, entstand die Idee, mit den Akteuren darüber zu sprechen, was sie vor, nach und vor allem während der Dreharbeiten erlebt haben. Dies wird besonders in den Interviews mit den Schauspielern Susanne Lothar und Ulrich Mühe deutlich, die auch im Film Ehepartner spielen, die erst ihren Sohn und dann selbst ihr Leben verlieren. Ihre Ausführungen brechen sich mit denen des Kinderdarstellers Stephan Clapzcynski und Arno Frisch, einem der Darsteller der Mörder. Die in sich verschränkten Interviews mit dem Regisseur und den Darstellern des Films erzählen chronologisch von den verschiedenen Stadien seiner Produktion, von der Drehbuchentwicklung bis zur Rezeption. Er bietet einen ebenso lebendigen wie vertiefenden Diskurs zum Thema mediale Gewalt. Der Autor Bert te Wildt ist Oberarzt und Leiter der Ambulanz der Klinik für Pychosomatik und Psychotherapie an der Ruhruniversität Bochum.
ISBN: 978-3-8260-5216-3 Reihen Nr: Film Band Nr: 47 Seitenanzahl: 206 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Wie verändern sich mit der Mediengeschichte unsere Erzählungen und die Art und Weise, wie sie uns ansprechen? Der Odysseus-Mythos stellt seit Homers Odyssee einen wandelbaren narrativen Kern um Ausfahrt, Irrfahrt und Heimkehr und mit Odysseus einen flexiblen Helden zur Verfügung, der sich jeder Zeit und jedem Medium als Projektionsfläche anbietet. Über die Verfilmungen des Odysseus-Mythos von Méliès (1905), Camerini (1954), Godard (1963), Kubrick (1968) und Nolan (2010) kann so an markanten filmgeschichtlichen Wendepunkten eine diskontinuierliche Erzählgeschichte des Films nachvollzogen werden. Diese stellt zugleich eine Geschichte der Autoreflexion des Films dar, der intermedialen Einflüsse, denen er ausgesetzt ist, und der unterschiedlichen Formen der Rezipientenadressierung, wie sie anhand des Umgangs mit dem Odysseus-Mythos erkennbar werden. Erst so kann schließlich die Frage nach der Heimkehr des Mythos im Medium Film und mithin nach dem Film als Medium beantwortet werden. Der Autor Benedikt Steierer studierte Medienwissenschaft und Philosophie. Neben seiner Tätigkeit als Fernsehjournalist war er während seiner Promotion an der LMU München als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig, publizierte regelmäßig zu Medien und Film und absolvierte zuletzt einen Forschungsaufenthalt in Berkeley.
ISBN: 978-3-8260-5112-8 Reihen Nr: Film Band Nr: 45 Erscheinungsahr: 2013 Seitenanzahl: 256 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die Rolle des Opfers, der Heldin und der Täterin in Literatur und Film. Es handelt sich dabei um geschlechtlich codierte, diskursiv hergestellte und daher historisch variable Rollen, deren Defi nition untrennbar verbunden ist mit dem Diskurs der Herrschaft. Alle drei können als Subjektpositionen im Diskurs beschrieben werden, ihre Verortung lässt Rückschlüsse auf das dahinterstehende Herrschaftssystem zu. Es reicht jedoch nicht, diegetische und nicht-diegetische Herrschaftsdiskurse abzugleichen, sondern der Text selbst muss als Herrschaftsdiskurs analysiert werden, der zwischen diese beiden Ebenen geschaltet ist. Hier herrschen eigene Regeln, die über den Begriff der Textherrschaft erschlossen werden sollen. Anhand der Verortung der narrativen Trias von Täterschaft, Opferund Heldentum im Diskurs, lassen sich die Linien eines fiktiven Herrschaftssystems nachzeichnen. Diese fiktionale normative Ordnung ist wiederum angesiedelt im Textdiskurs, der sich abermals als System herrschaftlicher Operationen beschreibbar zeigt. Nur eine davon ist die Intention des Autors. Über die Analyse der Textherrschaft lässt sich feststellen, ob die Bewertung einer literarischen Figur, als einer bestimmten Rolle entsprechend, sich aus dem Text selbst ergibt oder ob es sich um Zuschreibungen von außen handelt, die das Werteverständnis des Lesers spiegeln und nicht jenes des im Text als Norm fungierenden Systems. Die Autorin Veronika Schuchter, Studium der deutschen Philologie, ist derzeit Universitätsassistentin an der Universität Innsbruck.
ISBN: 978-3-8260-5046-6 Erscheinungsahr: 2013 Seitenanzahl: 232 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Diese Studie tritt signiert durch Jacques Derrida bewusst ein Erbe der Frankfurter Schule an. Dabei bilden Thesen von Theodor W. Adorno und Siegfried Kracauer die Ränder. Im Herzen werden Begriffe von Walter Benjamin interpretiert: Wahrheit, Schock, Kontemplation, Aura, Mythos, Ähnlichkeit, Mimesis, Sadismus und Melancholie. Von mehren Seiten werden so mithilfe seiner Überlegungen die Ansätze zu einer eigenständigen Filmtheorie herausgearbeitet. Diese wird primär vor einem psychoanalytischen Hintergrund formuliert. In der projizierten Kinowelt bilden die Traumpassagen poetische Übergänge zwischen Traum und Wirklichkeit. Sie werden mithilfe von psychotischen Mechanismen organisiert. Es war Benjamins Konzept, dass der Zuschauer durch die psychotischen Strukturen des Kinos geimpft werden sollte, damit sie nicht weiter massenhaft in der pathologischen Weltauffassung des Faschismus ausbrechen konnten. Paranoide, schizoide, depressive und primitive sadistische Elemente werden als wichtige Bausteine der Filmkultur sichtbar. Anhand von Beispielen aus dem Gegenwartskino wird der Einsatz dieser Mechanismen konkretisiert. So wird gezeigt, wie Benjamins Denken in Aktualität umschlägt und die Aufmerksamkeit auf eine medienspezifische Verknüpfung von Form und Inhalt in der Filmkunst gelenkt wird. Der Autor Andreas Jacke lebt seit 1986 in Berlin. 1996 Magister über Benjamins Rechtsphilosophie. 2002 Promotion über „Marilyn Monroe und die Psychoanalyse“ in den Filmwissenschaften. Buchpublikationen über Marilyn Monroe (2005), Stanley Kubrick, (2009), Roman Polanski (2010) u. David Bowie (2011).
ISBN: 978-3-8260-4928-6 Reihen Nr: Film Band Nr: 42 Erscheinungsahr: 2012 Seitenanzahl: 320 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Das Epos ist zurückgekehrt und hat in den Medien eine Inflation erfahren. Der Versuch große Erzählungen herzustellen, bestand allerdings immer. Doch die Maschinerie des antiken Götterhimmels wich einer technisierten Welt. Wo aber ist der epische Platz des verschwindenden Menschen, wie es die Postmoderne wettete, dessen Gesicht im Sand vom Meer verschlungen wird? Der These nach liegt dieser Ort zwischen Fiktion und ,Realität‘, der sich erzähltheoretisch als Randung einer zeicheninhärenten Epizität und Psychobiographie abzeichnet. Die Sprache als ,Haus des Seins‘ wird so Behälter und Inhalt einer Erzählwelt, die spiegelbildlich auf ihren urbanen oder atopischen Inseln fungiert, bei Enten liebenden Mafi osi mit Hang zur Traumdeutung oder Rauchmonstern mit Zeitreisefaible. In den Fernsehepen Die Sopranos und Lost sind diese Fragen nach Identität und verlorener Totalität selbstrefl exiv eingeschrieben. Das Buch gibt in drei Teilen einen historisch-typologischen Überblick und fundiert eine phänomenologisch-psychoanalytische Literatur- und Medienwissenschaft, die dem Erzählmodell eine ,epidiegetische‘ Instanz hinzufügt. So wird gezeigt, wo in den Sopranos reale Familienromane als epische Jagd inszeniert werden, wo bei Lost eine Zauberbox das Doppel Produzent/Zuschauer markiert, um ein de-totalisiertes Neues Epos zu schaffen. Der Autor Bernd Schneid studierte Neuere deutsche Literatur, Theaterwissenschaft und Amerikanische Literaturgeschichte an der LMU München. 2012 promovierte er dort. Er arbeitete bei Film-, Literatur- und Theaterprojekten mit internationalem Austausch u.a. nach Amerika und Russland.
ISBN: 978-3-8260-4917-0 Reihen Nr: Film Band Nr: 41 Erscheinungsahr: 2012 Seitenanzahl: 176 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Die Studie Andreas Hapkemeyers geht von der Kollision zwischen linearer und experimenteller Dichtung aus, wie sie sich exemplarisch Mitte der 50er Jahre in Wien zwischen Ingeborg Bachmann und Gerhard Rühm bzw. der Wiener Gruppe vollzieht. In Einzelanalysen wird dann dargestellt, wie seit den 70er Jahren bestimmte Positionen konkreter und visueller Dichtung aus der – auf tradierte Positionen sich zurückziehenden – Literatur in die Kunst hinüberwachsen (Heimrad Bäcker, Nanni Balestrini, Heinz Gappmayr, Gerhard Rühm). Und wie sich andererseits in der Kunst Positionen mit starken literarischen Komponenten entwickeln. Ausgewählte Werke von Jochen Gerz, Raymond Pettibon und Cy Twombly werden von Hapkemeyer als radikale Formen von Dichtung gelesen. Hapkemeyers Buch ist ein Plädoyer dafür, dass Literaturbetrieb und Literaturwissenschaft zum eigenen Nutzen akzeptieren, bestimmte Formen moderner und zeitgenössischer Kunst aus der Perspektive eines erweiterten Literaturbegriffs zu betrachten. Der Autor Andreas Hapkemeyer, Autor und Ausstellungskurator. Lebt nach Stationen in Kanada und Sizilien in Bozen. Verantwortlicher für Recherche am Museion Bozen. Forschungsschwerpunkte: Intermedialität, Bild-Text-Relationen. 1995 Habilitiert in Neuerer deutscher Literatur (Innsbruck). Dozent an den Universitäten Innsbruck und Bozen (Germanistik, Kunstgeschichte, Kommunikationswissenschaft). Generalsekretär der International Foundation Manifesta (Amsterdam). Buchveröffentlichungen zu Ingeborg Bachmann, Friedrich Dürrenmatt, Language in Art.
ISBN: 978-3-8260-4809-8 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Einleitung – Musik und Sound in Harry Potter – M. Wedel: Magische Resonanzen. Harry Potter, der Fantasy-Blockbuster und die Ästhetik des „Digital Surround Sound“ – D. Clem: Music, Magic, and the Intermedial Gap; or How Music Aids the Adaptation Process in the HARRY POTTER Films – Harry Potter als intermediales Phänomen – M. V. Siebert: Harry Potter, the Book That Lived. Wie ein Buch zum Ereignis wird – P. Schmerheim: Der eigentliche Filmautor ist der production designer – Die Rolle von Werktreue und ökonomischen Imperativen in den HARRY POTTERAdaptionen – T. Kurwinkel: “It‘s Going to Be a Bumpy Ride.“ - Alfonso Cuaróns HARRY POTTER UND DER GEFANGENE VON AZKABAN – I. Mende: Intertextuelle Bezüge und ihr sinnstiftendes Potenzial in den HARRY POTTER-Filmen – K. Althofen / R. Pütz / S. Schmit / S. Stapelfeldt: Levelstruktur, Itemsuche und Questcharakter in Harry Potter. Ein Vergleich der Erzählstruktur von Computerspiel, Buch und Film – K. Malcher: „Knallrümpfi ge Kröter“ in Hogwarts - zur Übertragung von Eigennamen in der deutschen Übersetzung der Harry Potter-Reihe – A. Gierke: Fiktion und Wirklichkeit - Die Legende von den drei Brüdern und ihre intermediale Darstellung – Motive und Motivkomplexe in Harry Potter – A. Kurwinkel: Landschaft in Harry Potter – J. Grande: Fantastischer Harry Potter? Harry Potter und die Diskurse des Fantastischen – C. Lingen: Das intermediale Motiv des verwunschenen Waldes – S. Geilus / K. Kazimirek: Okkultismus in Harry Potter – H. Nagel: Zeitreisen in HARRY POTTER UND DER GEFANGENE VON ASKABAN – J. Block / K. Pinakoulakis / R. Wehner: Harry Potter: Von Traum bis Trauma – D. Rubröder: Einzelgänger oder Auserwählte - das Konzept des Außenseiters bei Harry Potter in Buch und Film – Figurenkonstellationen in Harry Potter – H. Lexe: ... for Neither Can Live While the Other Survives... Die magische Verbindung zwischen den Antagonisten als Grundmotiv der Harry Potter-Serie – M. Joannidis / N. Weppler: Gefunden und Verloren: Vaterfi guren in den HARRY POTTER-Filmadaptionen am Beispiel von Albus Dumbledore und Sirius Black – M. Heimeshoff / F. Kugelmann: Weniger böse als gedacht? Figurenzeichnung in Harry Potter – Harry Potter als politische Parabel – H. J. Hennig: Halbblüter und Zwischenwesen: Rassismus in Harry Potter – K. Staab: „Für das größere Wohl“ - Die fi lmische Adaption faschistischer Elemente in Harry Potter Die Herausgeber Dr. phil. Tobias Kurwinkel ist Universitätslektor für Germanistische Literaturwissenschaft, Schwerpunkt Kinder- und Jugendliteratur, an der Universität Bremen und Leiter des Lehr- und Forschungsprojektes „Kinder- und Jugendliteratur Intermedial“ an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU). Philipp Schmerheim ist Doktorand an der Amsterdam School for Cultural Analysis der Universiteit van Amsterdam und stellvertretender Projektleiter an der HHU. Annika Kurwinkel ist als Promotionsstipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes, Doktorandin am Institut für Kunstgeschichte der HHU.