ISBN: 978-3-8260-4027-6 Autor: Gehrmann Michael Band Nr: 665 Erscheinungsjahr: 2009 Seitenanzahl: 156 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Die sogenannten Nachtgesänge sind die letzten Gedichte, die Hölderlin zu Lebzeiten für die Veröffentlichung zusammen stellte. Sie wurden 1804 geschrieben (teils als Umarbeitung bereits um 1800 vollendeter Oden) und erschienen 1805 im Musenalmanach des Frankfurter Verlegers Wilmans, der bereits die Veröffentlichung von Hölderlins Sophoklesübersetzungen (nebst der wichtigen Anmerkungen) zeitnah übernommen hatte. Beides, Nachtgesänge und Übersetzungen fielen wegen ihrer hermetischen Schwerverständlichkeit bei Publikum und Rezensenten durch. Die vorliegende Arbeit versteht sich als Versuch, die neun Gedichte als konzipierten Zyklus zu lesen und deren schwer verständliche Hermetik u. a. dadurch in eine sinnvolle Lesung zu verwandeln, als jedem der neun Interpretationskapitel ein zweites Kapitel beigestellt ist, welches die Bezüge des jeweiligen Gedichts zu den anderen Nachtgesängen aufzeigt. Das dadurch entstehende Bezugsnetz, welches die einzelnen verwandten Motive, Metaphern, Bilder etc. aus ihrer Einzelbedeutung quasi auf die Meta-Ebene des Zyklus hebt, eröffnet Einblicke in das Wesen der modernen Lyrik am Beginn des 19. Jh., die früheren Interpreten entgangen sind. Der Autor Michael Gehrmann studierte Germanistik und Anglistik an der Universität Hannover, MA 2001, Promotion 2007, arbeitet derzeit an Nietzsches Also sprach Zarathustra als ästhetischer Konstruktion.
ISBN: 978-3-8260-4399-4 Autor: Buchner Wiebke Band Nr: 709 Erscheinungsjahr: 2011 Seitenanzahl: 372 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Religion ist für das Denken und das Werk Thomas Manns von zentraler Bedeutung. Das zeigt diese Studie anhand der frühen Essays bis zum Beginn des Weltkriegs 1914 und der essayistischen Passagen der Novelle Tonio Kröger und des Dramas Fiorenza. In diesen Texten entwickelt Thomas Mann das ästhetische Programm, auf dem sein gesamtes Schaffen basiert. Das Reden vom Werk und vom Künstler wird durch die intensive Verwendung kunstreligiöser Redeweise und Denkfi guren bestimmt und steht im ständigen Bezug zu zeitgenössischen kunstreligiösen Strömungen und zu Thomas Manns philosophischem Dreigestirn: der „Tempelkunst“ Wagners, Schopenhauers Ästhetik und vor allem Friedrich Nietzsche. Gerade Nietzsche ist für Thomas Mann der wichtigste Vermittler des Christentums und Nietzsches Jesus von Nazareth dient in den Essays als Folie für den Typus des modernen Künstlers. Die Studie zeigt, dass Thomas Mann, anders als das Dreigestirn und auch im Gegensatz zu seinem Antipoden Stefan George, in seinen essayistischen Schriften auf eine ÉHumanisierungÉ des Religiösen zielt. Er entwickelt eine ethische Poetik, eine ästhetische Anthropologie: Das Zentrum, um das Thomas Manns Werk kreist, ist die Erlösung des Menschen durch die Kunst, durch eine freie, skeptische, dem Geheimnis des Menschen verpfl ichtete Literatur. Die Autorin Wiebke Buchner studierte Germanistik und Theologie in Kiel und promovierte 2008 an der Georg- August-Universität Göttingen.
ISBN: 978-3-8260-4652-0 Autor: Hanna Christian M. Band Nr: 737 Erscheinungsjahr: 2011 Seitenanzahl: 308 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Ausgehend von einem eingeschränkten Intertextualitätskonzept untersucht die vorliegende Studie Gottfried Benns produktive Beschäftigung mit Goethe, die sich von den Gelegenheitsgedichten des 14jährigen Gymnasiasten bis hin zum Spätwerk des Büchnerpreisträgers erstreckt. Zwischen Affinität und Abgrenzung changierend, vollzieht sich dieser Dialog der Texte, trotz aller Bewunderung, schon von Beginn an im Zeichen kritischer Distanzierung. Dominieren im expressionistischen Frühwerk Benns noch die im provozierenden Tonfall und mit Hilfe schockierender Motive vorgebrachten Absagen an die lyrische Tradition und ihr klassisch-humanistisches Menschenbild, so setzt sich der formbewußte Künstler in späteren Jahren in mehreren poetischen Gegenentwürfen mit Goethe ästhetisch auseinander und von diesem gezielt ab. In sieben Kapiteln werden die prismatischen Spiegelungen des Montagekünstlers, dem die Werke des Weimarer Dichters häufig als Negativfolien dienen, ebenso beleuchtet wie die Faszination des Mediziners für Goethes Naturforschung und das ambivalente Goethebild des Kritikers. Adaptiert der Berliner Arzt Goethes naturwissenschaftliche Methode für seine Poetik, so entwickelt er in Negation von dessen dynamischem Entwicklungsbegriff seine anti-faustische Konzeption der Statik. Der Autor Christian M. Hanna studierte Germanistik und Philosophie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, wo er 2010 mit der vorliegenden Studie promoviert wurde. Er ist Autor der Gottfried Benn- Bibliographie (de Gruyter, 2006) sowie Mitherausgeber des Benn Forums, Bd. 1 (2008/2009).
ISBN: 978-3-8260-4379-6 Autor: Brosig Maria Band Nr: 704 Erscheinungsjahr: 2010 Seitenanzahl: 324 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Brigitte Reimann (1933-1973) gehört zu den Projektionsgestalten der Literaturgeschichte, weil ihr exzessives Leben die Legende vom Künstler zu beglaubigen scheint. Teil dieser Legende ist das Romanexperiment „Franziska Linkerhand“ (1974), mit dem sich Reimann in der DDR-Literatur zu positionieren suchte. Die vorliegende Studie hinterfragt, was die aktuelle Konjunktur von Autorin und Werk nahe legt: Reimanns „Sitzplatz“ (Siegfried Lenz) in der DDR-Literatur. Wie behauptet sich ihr Fragment gegenüber Traditionen und Normen, die sich im Laufe seiner Entstehungszeit zu wandeln beginnen? Die Untersuchung beschränkt sich nicht auf das einzelne Werk, sondern verbindet sich mit Fragen nach der Genese von DDR-Literatur. Indem die Verfasserin den Roman in seinem Umfeld verortet, wird er als Schnittpunkt typischer und zugleich umbrechender Strukturen und Sinnbildungsmodelle lesbar. Sie profi liert Reimanns Position und zeigt, wie sich Merkmale der DDR-Literatur im Zugriff auf einschlägige Traditionen herausbilden und dabei Kanonisierungs- und Wandlungseffekte bewirken. Die Autorin Maria Brosig studierte Neuere deutsche Literatur, Kulturwissenschaft sowie Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin und der Technischen Universität Berlin. 2008 Promotion; seit 2009 akademische Mitarbeiterin am Institut für Germanistik der Universität Potsdam.