ISBN: 978-3-8260-5112-8 Reihen Nr: Film Band Nr: 45 Erscheinungsahr: 2013 Seitenanzahl: 256 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die Rolle des Opfers, der Heldin und der Täterin in Literatur und Film. Es handelt sich dabei um geschlechtlich codierte, diskursiv hergestellte und daher historisch variable Rollen, deren Defi nition untrennbar verbunden ist mit dem Diskurs der Herrschaft. Alle drei können als Subjektpositionen im Diskurs beschrieben werden, ihre Verortung lässt Rückschlüsse auf das dahinterstehende Herrschaftssystem zu. Es reicht jedoch nicht, diegetische und nicht-diegetische Herrschaftsdiskurse abzugleichen, sondern der Text selbst muss als Herrschaftsdiskurs analysiert werden, der zwischen diese beiden Ebenen geschaltet ist. Hier herrschen eigene Regeln, die über den Begriff der Textherrschaft erschlossen werden sollen. Anhand der Verortung der narrativen Trias von Täterschaft, Opferund Heldentum im Diskurs, lassen sich die Linien eines fiktiven Herrschaftssystems nachzeichnen. Diese fiktionale normative Ordnung ist wiederum angesiedelt im Textdiskurs, der sich abermals als System herrschaftlicher Operationen beschreibbar zeigt. Nur eine davon ist die Intention des Autors. Über die Analyse der Textherrschaft lässt sich feststellen, ob die Bewertung einer literarischen Figur, als einer bestimmten Rolle entsprechend, sich aus dem Text selbst ergibt oder ob es sich um Zuschreibungen von außen handelt, die das Werteverständnis des Lesers spiegeln und nicht jenes des im Text als Norm fungierenden Systems. Die Autorin Veronika Schuchter, Studium der deutschen Philologie, ist derzeit Universitätsassistentin an der Universität Innsbruck.
ISBN: 978-3-8260-5046-6 Erscheinungsahr: 2013 Seitenanzahl: 232 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Diese Studie tritt signiert durch Jacques Derrida bewusst ein Erbe der Frankfurter Schule an. Dabei bilden Thesen von Theodor W. Adorno und Siegfried Kracauer die Ränder. Im Herzen werden Begriffe von Walter Benjamin interpretiert: Wahrheit, Schock, Kontemplation, Aura, Mythos, Ähnlichkeit, Mimesis, Sadismus und Melancholie. Von mehren Seiten werden so mithilfe seiner Überlegungen die Ansätze zu einer eigenständigen Filmtheorie herausgearbeitet. Diese wird primär vor einem psychoanalytischen Hintergrund formuliert. In der projizierten Kinowelt bilden die Traumpassagen poetische Übergänge zwischen Traum und Wirklichkeit. Sie werden mithilfe von psychotischen Mechanismen organisiert. Es war Benjamins Konzept, dass der Zuschauer durch die psychotischen Strukturen des Kinos geimpft werden sollte, damit sie nicht weiter massenhaft in der pathologischen Weltauffassung des Faschismus ausbrechen konnten. Paranoide, schizoide, depressive und primitive sadistische Elemente werden als wichtige Bausteine der Filmkultur sichtbar. Anhand von Beispielen aus dem Gegenwartskino wird der Einsatz dieser Mechanismen konkretisiert. So wird gezeigt, wie Benjamins Denken in Aktualität umschlägt und die Aufmerksamkeit auf eine medienspezifische Verknüpfung von Form und Inhalt in der Filmkunst gelenkt wird. Der Autor Andreas Jacke lebt seit 1986 in Berlin. 1996 Magister über Benjamins Rechtsphilosophie. 2002 Promotion über „Marilyn Monroe und die Psychoanalyse“ in den Filmwissenschaften. Buchpublikationen über Marilyn Monroe (2005), Stanley Kubrick, (2009), Roman Polanski (2010) u. David Bowie (2011).
ISBN: 978-3-8260-4928-6 Reihen Nr: Film Band Nr: 42 Erscheinungsahr: 2012 Seitenanzahl: 320 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Das Epos ist zurückgekehrt und hat in den Medien eine Inflation erfahren. Der Versuch große Erzählungen herzustellen, bestand allerdings immer. Doch die Maschinerie des antiken Götterhimmels wich einer technisierten Welt. Wo aber ist der epische Platz des verschwindenden Menschen, wie es die Postmoderne wettete, dessen Gesicht im Sand vom Meer verschlungen wird? Der These nach liegt dieser Ort zwischen Fiktion und ,Realität‘, der sich erzähltheoretisch als Randung einer zeicheninhärenten Epizität und Psychobiographie abzeichnet. Die Sprache als ,Haus des Seins‘ wird so Behälter und Inhalt einer Erzählwelt, die spiegelbildlich auf ihren urbanen oder atopischen Inseln fungiert, bei Enten liebenden Mafi osi mit Hang zur Traumdeutung oder Rauchmonstern mit Zeitreisefaible. In den Fernsehepen Die Sopranos und Lost sind diese Fragen nach Identität und verlorener Totalität selbstrefl exiv eingeschrieben. Das Buch gibt in drei Teilen einen historisch-typologischen Überblick und fundiert eine phänomenologisch-psychoanalytische Literatur- und Medienwissenschaft, die dem Erzählmodell eine ,epidiegetische‘ Instanz hinzufügt. So wird gezeigt, wo in den Sopranos reale Familienromane als epische Jagd inszeniert werden, wo bei Lost eine Zauberbox das Doppel Produzent/Zuschauer markiert, um ein de-totalisiertes Neues Epos zu schaffen. Der Autor Bernd Schneid studierte Neuere deutsche Literatur, Theaterwissenschaft und Amerikanische Literaturgeschichte an der LMU München. 2012 promovierte er dort. Er arbeitete bei Film-, Literatur- und Theaterprojekten mit internationalem Austausch u.a. nach Amerika und Russland.
ISBN: 978-3-8260-4917-0 Reihen Nr: Film Band Nr: 41 Erscheinungsahr: 2012 Seitenanzahl: 176 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Die Studie Andreas Hapkemeyers geht von der Kollision zwischen linearer und experimenteller Dichtung aus, wie sie sich exemplarisch Mitte der 50er Jahre in Wien zwischen Ingeborg Bachmann und Gerhard Rühm bzw. der Wiener Gruppe vollzieht. In Einzelanalysen wird dann dargestellt, wie seit den 70er Jahren bestimmte Positionen konkreter und visueller Dichtung aus der – auf tradierte Positionen sich zurückziehenden – Literatur in die Kunst hinüberwachsen (Heimrad Bäcker, Nanni Balestrini, Heinz Gappmayr, Gerhard Rühm). Und wie sich andererseits in der Kunst Positionen mit starken literarischen Komponenten entwickeln. Ausgewählte Werke von Jochen Gerz, Raymond Pettibon und Cy Twombly werden von Hapkemeyer als radikale Formen von Dichtung gelesen. Hapkemeyers Buch ist ein Plädoyer dafür, dass Literaturbetrieb und Literaturwissenschaft zum eigenen Nutzen akzeptieren, bestimmte Formen moderner und zeitgenössischer Kunst aus der Perspektive eines erweiterten Literaturbegriffs zu betrachten. Der Autor Andreas Hapkemeyer, Autor und Ausstellungskurator. Lebt nach Stationen in Kanada und Sizilien in Bozen. Verantwortlicher für Recherche am Museion Bozen. Forschungsschwerpunkte: Intermedialität, Bild-Text-Relationen. 1995 Habilitiert in Neuerer deutscher Literatur (Innsbruck). Dozent an den Universitäten Innsbruck und Bozen (Germanistik, Kunstgeschichte, Kommunikationswissenschaft). Generalsekretär der International Foundation Manifesta (Amsterdam). Buchveröffentlichungen zu Ingeborg Bachmann, Friedrich Dürrenmatt, Language in Art.
ISBN: 978-3-8260-4809-8 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Einleitung – Musik und Sound in Harry Potter – M. Wedel: Magische Resonanzen. Harry Potter, der Fantasy-Blockbuster und die Ästhetik des „Digital Surround Sound“ – D. Clem: Music, Magic, and the Intermedial Gap; or How Music Aids the Adaptation Process in the HARRY POTTER Films – Harry Potter als intermediales Phänomen – M. V. Siebert: Harry Potter, the Book That Lived. Wie ein Buch zum Ereignis wird – P. Schmerheim: Der eigentliche Filmautor ist der production designer – Die Rolle von Werktreue und ökonomischen Imperativen in den HARRY POTTERAdaptionen – T. Kurwinkel: “It‘s Going to Be a Bumpy Ride.“ - Alfonso Cuaróns HARRY POTTER UND DER GEFANGENE VON AZKABAN – I. Mende: Intertextuelle Bezüge und ihr sinnstiftendes Potenzial in den HARRY POTTER-Filmen – K. Althofen / R. Pütz / S. Schmit / S. Stapelfeldt: Levelstruktur, Itemsuche und Questcharakter in Harry Potter. Ein Vergleich der Erzählstruktur von Computerspiel, Buch und Film – K. Malcher: „Knallrümpfi ge Kröter“ in Hogwarts - zur Übertragung von Eigennamen in der deutschen Übersetzung der Harry Potter-Reihe – A. Gierke: Fiktion und Wirklichkeit - Die Legende von den drei Brüdern und ihre intermediale Darstellung – Motive und Motivkomplexe in Harry Potter – A. Kurwinkel: Landschaft in Harry Potter – J. Grande: Fantastischer Harry Potter? Harry Potter und die Diskurse des Fantastischen – C. Lingen: Das intermediale Motiv des verwunschenen Waldes – S. Geilus / K. Kazimirek: Okkultismus in Harry Potter – H. Nagel: Zeitreisen in HARRY POTTER UND DER GEFANGENE VON ASKABAN – J. Block / K. Pinakoulakis / R. Wehner: Harry Potter: Von Traum bis Trauma – D. Rubröder: Einzelgänger oder Auserwählte - das Konzept des Außenseiters bei Harry Potter in Buch und Film – Figurenkonstellationen in Harry Potter – H. Lexe: ... for Neither Can Live While the Other Survives... Die magische Verbindung zwischen den Antagonisten als Grundmotiv der Harry Potter-Serie – M. Joannidis / N. Weppler: Gefunden und Verloren: Vaterfi guren in den HARRY POTTER-Filmadaptionen am Beispiel von Albus Dumbledore und Sirius Black – M. Heimeshoff / F. Kugelmann: Weniger böse als gedacht? Figurenzeichnung in Harry Potter – Harry Potter als politische Parabel – H. J. Hennig: Halbblüter und Zwischenwesen: Rassismus in Harry Potter – K. Staab: „Für das größere Wohl“ - Die fi lmische Adaption faschistischer Elemente in Harry Potter Die Herausgeber Dr. phil. Tobias Kurwinkel ist Universitätslektor für Germanistische Literaturwissenschaft, Schwerpunkt Kinder- und Jugendliteratur, an der Universität Bremen und Leiter des Lehr- und Forschungsprojektes „Kinder- und Jugendliteratur Intermedial“ an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU). Philipp Schmerheim ist Doktorand an der Amsterdam School for Cultural Analysis der Universiteit van Amsterdam und stellvertretender Projektleiter an der HHU. Annika Kurwinkel ist als Promotionsstipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes, Doktorandin am Institut für Kunstgeschichte der HHU.
ISBN: 978-3-8260-4692-6 Reihen Nr: Film Band Nr: 38 Erscheinungsahr: 2011 Seitenanzahl: 380 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Der Film verknüpft bewegte Bilder, Geräusche, Musik, Sprache und Schrift und dynamisiert ihre Zeichen zu Erzählungen. Seine multimediale Komplexität stellt eine Herausforderung dar, der sich die Filmwissenschaft auf unterschiedliche Weise genähert hat. Einigkeit besteht allenfalls über das ausgeprägte erzählerische Potenzial des Films, der eine enge Verbindung mit der epischen Literatur eingegangen ist – man bedenke nur die hohe Anzahl Romanverfilmungen. In einem ersten Teil zeigt die Studie, wie sich das komplexe Zeichenmaterial des Films zu Erzählungen zusammenfügt. Dabei wird kritisch zu Theorien Stellung bezogen, welche den Film als mimetisches Medium par excellence verstehen. Der Zeigegestus der Bild- und Tonzeichen des Films wird stets durch einen Erzählgestus begleitet und überlagert. Als hybrides Medium sprengt der Film die klassischen Frontstellungen zwischen der ‚authentischen Natürlichkeit‘ von Bildzeichen und dem ‚konventionalisierten Symbolcharakter‘ von Sprache. In einem zweiten Teil zeigt eine detaillierte Analyse von Quentin Tarantinos Racheepos Kill Bill (2003/2004), wie sich die Zeichen des Films sowohl zu Symbiosen zusammenfinden als auch in Konkurrenzkonstellationen eintreten. In Kill Bill rivalisieren nicht nur Täter und Opfer von Racheszenarien, sondern auch die in den Film integrierten Erzählmedien. Im Schlussteil wird die These verfolgt, dass der Film aufgrund seiner simultanen Überlagerung von Raumund Zeitkünsten als Erzählmedium prädestiniert ist. Die Autorin Nina Heiß studierte Neuere deutsche Literatur, Komparatistik und Ethnologie an der LMU-München und der University of Otago in Dunedin/ Neuseeland. Seit 2006 ist sie Mitarbeiterin mit filmwissenschaftlichem Schwerpunkt am Institut für deutsche Philologie der LMU.