ISBN: 978-3-8260-3968-3 Reihen Nr: SDoG Band Nr: 4 Erscheinungsahr: 2010 Seitenanzahl: 608 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Der vierte Band der Schriften der Heimito von Doderer-Gesellschaft widmet sich Doderers 1962 erschienenem Roman Die Merowinger oder die totale Familie. Zwei kommentierte Editionen zu Beginn geben Einblick in die Entstehungsgeschichte des Romans. Danach folgen die Vorträge des vierten Doderer-Symposions der Heimito von Doderer-Gesellschaft, das vom 20. bis zum 23. Mai 2004 in Landshut (Niederbayern) stattgefunden hat, sowie eine Reihe eigens für den Band geschriebener Beiträge zu Doderers Roman und zur Kunst des Grotesken in seinem Werk. Daran angeschlossen sind Bibliographien und eine Sektion mit Beiträgen zum Märchenhaften im Werk des Autors. Das Forum enthält diesmal unter anderem ein Interview mit der Wiener Poetin Elfriede Gerstl, zwei bisher unbekannte Briefe Paul Elbogens und einen Beitrag von Martin Mosebach. Den Band beschließen Rezensionen und Exposés von kürz-lich abgeschlossenen bzw. zur Zeit entstehenden Arbeiten zum Werk des Au-tors. INHALT: Gestrichenes aus Heimito von Doderers Merowinger-Roman (eingeleitet von einer getilgten Vexation aus Die Strudlhofstiege) (Hrsg. u. komm. v. Gerald Sommer) - Heimito von Doderer: "Rerum merovingicarum notitiae" (Hrsg. u. komm. v. Gerald Sommer) - Wendelin Schmidt-Dengler: Nichts gibt so sehr das Gefühl der Unendlichkeit als wie die Wut. Heimito von Doderers Merowinger - Gegenentwurf zu seiner eigenen Romanwelt - Henning Herrmann-Trentepohl: Hulesch & Quenzel und das "Waarentheater". Die Verschwörung der Dinge als Krisensymptom der Moderne am Beispiel von Heimi-to von Doderers Roman Die Merowinger - Henner Löffler: Zur Metaphysik der Tücke des Objekts - Stefan Winterstein: "Bebend vor Wut kamen die Leute von den Ämtern." Heimito von Doderers Die Merowinger als Bürokratiesatire - Martin Sarna: Paroxysmus bonus? Wut & Wohltat in Heimito von Doderers Roman Die Merowinger - Christoph Deupmann: Die Tücke des Gesichts. Doderers antipathische Physiognomik - Hans-Wolf Jäger: Waren die alten Merowinger so wie Doderers neue? - Dieter Liewerscheidt: Der Furor der erzählten Wut. Eine Wiederbegegnung mit Doderers Merowinger-Roman - Wendelin Schmidt-Dengler: Die Last der Familie - die Lust des Erzählens. Die erzählte Familie in Heimito von Doderers Romanen - Volker Klotz: Zerrissen zwischen Epos und Posse. Doderers gattungszwittriger Roman Die Merowinger - Vincent Kling: Anglo-Saxon Attitudes: Doderer, Henry James, and the Fool in Die Merowinger - Yvonne Wolf: Selbstreflexivität, Metanarration und Metafiktion in Heimito von Doderers Roman Die Merowinger - Franziska Mayer: "Enge Beziehungen" - Funktionen selbstreferentiellen Erzählens in Heimito von Doderers Roman Die Merowinger oder Die totale Familie - Stefanie A-rend: Formen des Grotesken in Heimito von Doderers Roman Die Merowinger - Matthias Meyer: Zum Phänomen der Fußnote in Heimito von Doderers Roman Die Merowinger - Gerald Sommer: Prof. Dr. Anonymus Horn - Fiktion und Geschichte der Psychotherapie in Heimito von Doderers Roman Die Merowinger - Linda Reiter - "Verprügelt mir nicht Jeden! Dafür aber die Richtigen saftig." Heimito von Doderers Die Merowinger - eine Gewaltlektüre? - Eberhard von Lochner: ",Und was denn sonst als Blödsinn?'" Die Merowinger und die Philosophie Eric Voegelins - Christoph Deupmann: Die totale Familie. Zu Ernst Schmidt jr. Verfilmung von Heimito von Doderers unverfilmbarem Merowinger-Roman - Gerald Sommer: "... dem Sinnlosen Sinn zu verleihen ..." Zur Sinnfragendebatte in Heimito von Doderers Roman Die Merowinger - Gerald Sommer / Stefan Winterstein: Bibliographie der Sekundärli-teratur zu Heimito von Doderers Die Merowinger - Jadwiga Kita-Huber: Polnische Bibliographie zu Heimito von Doderer. Übersetzungen / Sekundärliteratur - Michael Bachem: Einführung - Martin Brinkmann: Ein Oger frißt selten allein. Anmerkungen zu der Kurzgeschichte "Der Oger" von Heimito von Doderer - Wolfgang Schömel: Der Peinigl, der weiße Zwerg des Grimms - Ester Saletta: "Der Golf von Neapel" von Heimito von Doderer: modernes Märchen oder Science-Fiction-Erzählung? - Gerald Sommer: Eine "Person von Porzellan" im "Golf von Neapel". Heimito von Doderers literarische Winkelgänge im "Irrgarten" der bürgerlichen Gesellschaft - Reinhold Treml: Sagenhafte Figuren. Über die Romane Eine sagenhafte Figur und Ein Umweg sowie über ihre Autoren - Stefan Winterstein: Was bei Kafka göttlich ist, ist bei Do-derer riesig. Zu einem sagenhaften Vergleich - Paola Quadrelli: Die Einhorn-Motivik in den Romanen Heimito von Doderers - Stefan Winterstein: Die Geburt der Elisabeth Friederike Krestel Ein Interview mit Elfriede Gerstl im Feb-ruar 2006 - Paul Elbogen an Auguste Kalmus über Heimito von Doderers Roman Die Merowinger (Hrsg. u. komm. v. Alexandra Kleinlercher) - Florian Triebel: Hulesch & Quenzel Ltd., London. Annäherungen an ein firmenhistori-sches Phantom - Hans Winking: "Diese infantile Tonfolge" - Anmerkungen zu einem Notenbeispiel in Heimito von Doderers Roman Die Merowinger - Hans-Wolf Jäger: Dostojewski und die Wut. Eine Vermutung - Gerald Som-mer: "Schlaftrunk" - "Umtrunk" - "Satteltrunk": stets ein Anlaß zum Trinken. Alkoholgenuß und die Folgen im Werk Heimito von Doderers - Stefan Winterstein: Engelbert Pfeiffer (13. Dezember 1913 - 30. Oktober 2007). Ein Nachruf - Gerald Sommer: Aus dem Leben gegriffen. Wendelin Schmidt-Dengler (20. Mai 1942 - 7. September 2008) - Achim Hölter: Ein wenig über Dietrich Weber und Heimito von Doderer. Die Herausgeber: Christoph Deupmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Literaturwissenschaft der Universität Karlsruhe (TH). Kai Luehrs-Kaiser ist Vorsitzender der Heimito von Doderer-Gesellschaft sowie Musik- und Theaterkritiker u.a. für "Die Welt".
ISBN: 978-3-8260-4078-8 Reihen Nr: SdoG Band Nr: 5 Erscheinungsahr: 2009 Seitenanzahl: 528 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Erschienen im selben Jahr wie Die Strudlhofstiege (1951), fristete Doderers sprach- und bildmächtiger Kurzroman Die erleuchteten Fenster oder Die Menschwerdung des Amtsrates Julius Zihal im Œuvre des Wiener Romanciers von Anbeginn ein Schattendasein. Erst in den letzten Jahren ist die skurrile Ge-schichte um Julius Zihal, einen Amtsrat des k. k. Zentral-Tax- und Gebühren-Bemessungsamtes, der im Ruhestand eine ungewöhnliche erotische Manie ent-wickelt, allmählich in den Blickpunkt der Literaturwissenschaft gerückt. Der fünfte Band der Schriften der Heimito von Doderer-Gesellschaft bilanziert die jüngsten Forschungsergebnisse und ergänzt sie um zusätzliche Beiträge zu die-sem ebenso gewitzten wie komplexen Text Doderers. In den vorliegenden Aufsätzen und Studien wird seinen motivischen Zusammenhängen ebenso nachgegangen wie den textlichen und geistesgeschichtlichen Quellen sowie den werkgenetischen Verhältnissen. Die Beiträger arbeiten den raumkonzeptuellen Kontrast zu Doderers Großstadtromanen heraus, untersuchen den Roman als erzählte Poetologie und eruieren ihn als Höhepunkt eines latenten Dode-rer'schen Programms der Bürokratie-Satire. Ein Essay über Übersetzungsprobleme und ein spekulativer Lektüreansatz der Erleuchteten Fenster als Medien-kritik runden den Band ab. Das Forum ist dieses Mal einer Debatte über die experimentelle Dramatisierung der Strudlhofstiege am Wiener Schauspielhaus (2008) gewidmet. Sie wird ergänzt um ein ausführliches Werkstattgespräch mit den Darstellern und der Projektleiterin. Den Abschluß bildet eine Sektion mit Rezensionen. Der Band erscheint in schöner Ausstattung mit zahlreichen Il-lustrationen von David Ramirer. INHALT: Heimito von Doderer: Zur Matinée bei Dr Berger (Hrsg. u. komm. v. Gerald Sommer) - Stefanie Augustin: In die Fenster geschaut. Anspielungen und Motive in Heimito von Doderers Die erleuchteten Fenster - Thomas Zirnbauer: Lesen - Schreiben - Sprache. Poetologische Aspekte in Heimito von Doderers Roman Die erleuchteten Fenster - Alexander Preisinger / Stefan Winterstein: Die erleuchteten Fenster - ein "Wiener Roman"? Über Raum und Ort in Doderers Zihaliade - Franz Adam: Auf dem Tandelmarkt. Randnotizen zu Doderer und Stifter - Engelbert Pfeiffer (†) Doderers Tandelmarkt-Trouvaille - wiederentdeckt - Evelyne Polt-Heinzl: Zihal aus dem Sack. Zur Sinneswahrnehmung in Heimito von Doderers Die erleuchteten Fenster - Ste-fan Winterstein: Torpedierung und Apologie der Amtsehre. Bürokratie bei Heimito von Doderer - Robert Walter: Verlieben, nicht erleuchten. Die er-leuchteten Fenster und die Anthropologie Hermann Swobodas - Reinhold Treml: "Der ausgeliehene Mullmann" oder: Eine Romanfigur wechselt den Autor - Vincent Kling: Scheitern and Erneuerung: The Lure of Systems Failure - Stefan Winterstein: Beim Fernsehen abgestürzt! Die erleuchteten Fenster als Medienkritik - Stefan Winterstein / Gerald Sommer: Bibliographie der Sekun-därliteratur zu Heimito von Doderers Die erleuchteten Fenster - Gerald Sommer: "...durchflüstert vom spröden Stimmchen der Feder." Der Spleen von Wien oder Zur Fiktion (in) der Fiktion in Die erleuchteten Fenster - Eugen Banauch / Gaby G. Blattl / Herwig u. Anel Kressler / Matthias Meyer / Ru-dolph Moosfeile / David Ramirer / Stefan Winterstein: Im Schnellzugstempo über die Strudlhofstiege. Ansichten zu einer Roman-Dramatisierung am Schauspielhaus Wien - David Ramirer: "...und kommt wieder ins Strudeln..." Ein Werkstattgespräch mit der Projektleiterin und den Schauspielern. Der Herausgeber: Stefan Winterstein lebt als Literaturwissenschaftler und Autor in Wien. Nach Studium der Germanistik und der Philosophie in Wien, Marburg/Lahn und Granada derzeit Doktorat an der Universität Wien. Vorstand der Heimito von Doderer-Gesellschaft. Veröffentlichungen u. a. zu H. C. Artmann, Thomas Bernhard, Heimito von Doderer und zur Wiener Stadtgeschichte. Zuletzt herausgegeben: Josef Schrammel im Serail. Die Aufzeichnungen des Wiener Volksmusikers über seine Reise in den Vorderen Orient 1869 - 1871 (2007).
ISBN: 978-3-8260-1375-1 Reihen Nr: EpiL Band Nr: 220 Erscheinungsahr: 1997 Seitenanzahl: 265 Kurzinhalt: Die Krise der spätaufklärerischen Gattungspoetik hatte dem antiken Paradigma des 'genus mixtum', eigentlich nur eine Umschreibung für die epische Dichtkunst, zu neuer Aktualität verholfen: Der Begriff bot sich nun allgemein zur Etablierung und Kennzeichnung zusammengesetzter Dichtarten dort an, wo weder Regelpoetik noch systematische Deduktion von Gattungseinteilungen die Entstehung einer Vielzahl neuer Formen besonders in Epik und Dramatik zu beschreiben und zu erklären vermochten. Anhand einzelner Autoren stellt Gesses Untersuchung das theoriegeschichtliche Problem der Mischform von Lessing über Lenz, Goethe/Schiller, Hölderlin u.a. bis Hegel dar. Bestimmend ist dabei die in dem beobachteten Zeitraum entstehende bzw. sich festigende Einsicht in die Heterogenität des literarischen Formenspektrums. Die Studie zeigt, warum sich die Mischformen aufgrund ihres ambivalenten, deduktiv-empirischen Charakters zu einem der fruchtbarsten poetologischen Prinzipien zwischen Aufklärung und Klassik-Romantik entwickeln und zum ästhetischen Signum der 'modernen' Literatur werden konnte. Der Autor Sven Gesse, 1963 geb., studierte Germanistik und Philosophie an der Philipps-Universität Marburg, wo er mit vorliegender Arbeit promovierte. Gesse arbeitet derzeit als Dramaturg an den Landesbühnen Sachsen.
ISBN: 978-3-8260-4081-8 Reihen Nr: EpiL Band Nr: 674 Erscheinungsahr: 2009 Seitenanzahl: 464 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Jean Amérys Roman-Essay Lefeu oder Der Abbruch aus dem Jahr 1974 wurde bei Erscheinen in den Feuilletons äußerst kontrovers diskutiert. Danach geriet er fast in Vergessenheit und fand auch in der Literaturwissenschaft kaum Widerhall. Diese Lücke will diese Dissertation schließen. Sie zeigt, dass Améry mit dem Roman-Essay in verschiedener Hinsicht seiner Zeit voraus war. Zum einen, indem er nicht autobiographisch über Auschwitz schrieb, auch wenn die Literaturkritik dies mehrheitlich ignorierte und im Lefeu einmal mehr einen autobiographischen Text sah. Zum anderen, indem er einen essayistisch-literarischen Text vorlegte und die Gattung des Roman-Essays erweiterte. Des Weiteren, indem er sowohl diskutierte, wie Kunst nach Auschwitz zu sein habe, und sich gleichzeitig fragte, wie der Holocaust durch die Kunst dargestellt werden könnte. Sein Anspruch ging dabei so weit, dass er mit dem Lefeu ein exemplarisches Werk vorlegen wollte, das selbst die Antwort auf all diese Fragen sein sollte. Erstmals geht diese Arbeit daneben ausführlich auf die Figur des Malers ein und stellt biographische und Werk-Zusammenhänge zum Maler Erich Schmid her, der Freund und Weggefährte Jean Amérys war. Die Autorin Ivonn Kappel studierte in Salzburg, Amsterdam und Berlin Germanistik und Kunstgeschichte. Im Anschluss folgte ein Zeitungsvolontariat in Mainz sowie die Anstellung als Presse-Referentin beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband in Berlin. Zahlreiche Forschungsaufenthalte im Deutschen Literaturarchiv in Marbach sowie in Wien, u. a. Literaturhaus Wien, Österreichische Exilbibliothek, Österreichische Galerie Belvedere.
ISBN: 978-3-8260-4107-5 Erscheinungsahr: 2011 Seitenanzahl: 264 Sprache: deutsch Kurzinhalt: A. Runte: ‘Singles’ oder ‘cinglés’? Anstelle einer Einleitung – J. C. Bologne: Célibat, folie et création littéraire – T. Clerc: Le neutre, une forme de vie. Esthétique et éthique du dernier Barthes – R. Kroll: „Écriture célibataire“ im französischen 16. und 17. Jahrhundert: eine récriture der Amazonengeschichte - der Selbstentwurf als Verstandes-Mensch - die Junggesellin mit Charisma – G. Seybert: Casanova, der Schriftsteller als Libertin und der Libertin als Schriftsteller – M. Arouimi: Valeur allégorique du célibat dans ‚Le Paradis des célibataires et le Tartare des vieilles filles‘ de Herman Melville – O. Niethammer: Ästhetik des Zerfalls am Beispiel von Annette von Droste-Hülshoff – M. Schuller: Der Glanz der auf den Dingen liegt oder Das Verfehlen des Objekts. Zu Kellers Roman ‚Der grüne Heinrich‘ – A. Runte: ‚Sonderlich beschieden‘. Genealogie und Generation in Adalbert Stifters ‚Der Hagestolz‘ – R. Parisot: „...Und begibt sich weiter fort“. D‘un célibataire à l‘autre: les tribulations de Tobias Knopp (1875-1877) sous la plume et le regard du dessinateur-écrivain allemand Wilhelm Busch – Y. Leclerc: Flaubert et le style célibataire – C. Schmider: „Ta chasteté n‘est qu‘une corruption plus subtile“ - le célibat comme dispositif dans l‘oeuvre de Gustave Flaubert – J. Paque: Roman célibataire ou écriture ‚genrée‘ – V. Michelet Jacquod: Le roman célibataire ‚fin de siècle‘: dissociation d‘une idée – M. Allal: Célibat, couple et altérité - roman d‘artistes et métaphores intimes de l‘aliénation des Goncourts à Doderer – T. Attanucci: Machines parasitaires ou l‘écriture célibataire de Kafka – F. Rétif: Max Frisch ou le célibataire mis à nu par ses mariées – S. Schade: Puppen in Malerei, Fotografie und Medienkunst – N. Rissler-Pipka: Duchamp, die Braut und ihre Junggesellen: Ein Spiel zwischen Text und Bild – F. Villemur: Le Neutre et l‘Inframince. Duchamp et la mise à nu Die Herausgeberin Annette Runte, Studium der Germanistik, Philosophie und Linguistik in Bonn, Bochum und Paris, ist Professorin für Allgemeine und Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Siegen und Mitglied der französischen Forschungsgruppe Centre de Recherche sur l‘Autriche et l‘Allemagne (CR2A) an der Universität Rouen.
ISBN: 978-3-8260-3663-7 Reihen Nr: EpiL Band Nr: 608 Erscheinungsahr: 2007 Seitenanzahl: 284 Sprache: deutsch Kurzinhalt: „Mein Leben ist ein Roman, der mich sehr interessiert“ soll Hector Berlioz einmal gesagt haben. Ist es Zufall, dass mit Wolfgang Hildesheimer, Hans J. Fröhlich, Dieter Kühn und Peter Härtling innerhalb von knapp dreißig Jahren vier Schriftsteller ihrem Interesse an Musiker-Lebensläufen nachgegangen sind? Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen diesen Werken? Gibt es eine Grenze zwischen fiktionalem und faktualem Schreiben oder ist ein geschichtsschreibender Text ein Konstrukt des jeweiligen Autors, ganz egal, ob dieser nun Musikwissenschaftler oder eben Schriftsteller ist? Die Arbeit geht diesen und weiteren Fragen nach, indem sie anhand der sprachlichen Gestaltung der Werke untersucht, wie sich etwa der historiographische Ansatz in expliziten oder impliziten selbstreflexiven Passagen im jeweiligen Werk niederschlägt oder auch auf welche Art und Weise das fremde Medium Musik im Text umgesetzt ist.
ISBN: 978-3-8260-3852-5 Reihen Nr: StRo Band Nr: 43 Erscheinungsahr: 2009 Seitenanzahl: 348 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Gottfried Boehm hat 1994 mit dem Begriff »ikonische Differenz« eine phänomenologische Bestimmung des Bilds vorgelegt. Sie besteht darin, dass ein Bild ›etwas als etwas anderes‹ ansichtig macht: Leinwand und Farbe zeigen etwa eine Landschaft. Ausgehend von dieser Bestimmung erweist sich das Porträt als eine Gattung mit besonderen ethischen Implikationen, denn im Porträt wird ›jemand‹ als ›etwas‹ sichtbar und ›etwas‹ als ›jemand‹. Das Porträt besitzt damit die Potenz, von der Inkommensurabilität einerseits und der Verdinglichung des Menschen andererseits zu handeln. Es liegt deshalb nahe, dass bildende Künstler, Philosophen und literarische Autoren das Porträt zum Anlass nehmen, den Unterschied von etwas und jemand und die Rolle, die das Erkennen in diesem Unterschied spielt, zu thematisieren. Die vorliegende literaturwissenschaftliche Arbeit untersucht den idealistischen Abschnitt des Porträtdiskurses in seiner dänisch-norwegischen Ausprägung. Neben kanonisierten nordischen Autoren wie Søren Kierkegaard, Thomasine Gyllembourg, Henrik Wergeland oder Camilla Collett werden auch weniger bekannte Texte herangezogen. Dabei liegt der Fokus besonders auf der Frage nach der Porträtpraxis: Wozu dienen die Porträts in den analysierten Texten, was machen sie sagbar und wie strukturieren sie den Weltzugang?
ISBN: 978-3-8260-3569-2 Reihen Nr: EpiL Band Nr: 597 Erscheinungsahr: 2007 Seitenanzahl: 296 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Langweilig, unzeitgemäß, bieder – das sind Etiketten, die Franz Grillparzer hartnäckig anhaften. Dieses Buch weist nach, dass das angeblich so zersplitterte Werk um ein mitnichten unzeitgemäßes Grundthema kreist: Immer geht es Grillparzer darum, das Verhältnis des einzelnen zur gesellschaftlichen Ordnung zu bestimmen. Während die frühen Dramen behaupten, dass sich psychische Ganzheit und Gesundheit der Figuren um den Preis der Integration in die vorgefundene Ordnung erkaufen lassen würden, werden die späten Texte zunehmend skeptischer: Die gesellschaftlichen Ordnungen selbst werden brüchig und stellen keine Integrationsangebote mehr bereit. Orientierungslosigkeit und psychische Krankheiten der Figuren sind die Folge. Dass Grillparzer diesen Prozess des Verlusts der Ordnung einseitig negativ zeichnet, dass er im Aufbrechen überkommener Strukturen keine Chancen, sondern nur Risiken zu sehen vermag und dass er ein Festhalten an Ordnungen auch dann noch propagiert, wenn er ihre Sinnentleertheit eingestehen muss, weist ihn als konservativen Autor aus. Mitnichten sind seine Texte deshalb aber „bieder“. Vielmehr artikuliert er in ihnen präzise und vielschichtig die großen Themen seiner Zeit und die Ängste, die mit ihnen verbunden sind. geboren 1976, studierte Germanistik, Geschichte und Anglistik an den Universitäten Konstanz und München.
ISBN: 978-3-8260-2905-9 Erscheinungsahr: 2004 Seitenanzahl: 80 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Hunderttausende junger Menschen besuchen während eines Jahres in diesem Lande hoffnungsvoll die alma mater. Und im Laufe eines Studiums an einer oder mehrerer dieser Universitäten, während eines Zeitraums von fünf, sechs Jahres also, werden sie mit Wissenswertem versehen, wird ihre reine Vernunft geläutert, die praktische veredelt, die Urteilskraft geschärft. Die das zu besorgen haben, besitzen, sollten besitzen, das Wissenswerte, die Vernunft und die Urteilskraft; jedenfalls bekennen sie kraft Amtes, wessen sie inne sind, - professores. Bekennen aber müssen sie sich auch gegen- und untereinander, die einen wie die anderen. Und da geschieht es, daß sie sich offenbaren, die einen in ihrem bald dunkleren, bald helleren Drange aufwärts, die anderen in ihrem Widerstand: gegen jenen Drang sowohl wie gegen den Kollegen, gegen dessen wie gegen die eigene Wissenschaft gar und gelegentlich, ja, gegen manche Ordnung, denn nicht jede ist ein Gut. Das erfordert Kräfte gepaart mit List und erfordert Allianzen. Doch diese können zerbrechen, jene erlahmen. Das akademische Leben nämlich ist voller Anfechtung - und kurz. Die Hoffnung aber und die Wissenschaften währen ewig. Der Autor Manfred Lossau, geboren 1934 in Königsberg/Preußen, verbrachte nach der Flucht die Jugend im Oldenburgischen, studierte in Frankfurt am Main und in Saarbrücken Klassische Philologie und Philosophie, wurde 1964 promoviert, gelangte über München (Bayerische Akademie) und Giessen (Assistentur) nach Trier. Nach der Habilitation für das Fach Klassische Philologie war er Professor in Trier, bis 1999 in Luxemburg. Vorgelegt hat er sechs Buchpublikationen, darunter eine Novelle, circa 140 Aufsätze und Artikel in wichtigen in- und ausländischen Fach- und allgemein kulturgeschichtlichen Zeitschriften, und journalistische Arbeiten. Von ihm ist bei K&N 2004 erschienen: Immanuel Kant. Roman eines Lebens.
ISBN: 978-3-8260-3658-3 Reihen Nr: EpiL Band Nr: 606 Erscheinungsahr: 2007 Seitenanzahl: 290 Sprache: deutsch Kurzinhalt: 1900 unternimmt Rainer Maria Rilke seine zweite Reise nach Russland und in die Ukraine. In Kyïv begegnet er dem ukrainischen volkstümlichen blinden Sänger, Kobzar. Ausführlicher befasst er sich mit der Gestalt des blinden Sängers während der Vorbereitungslektüre vor der Reise. Nach der Rückkehr aus Russland entsteht eine Fülle von Poesien mit dem zentralen Motiv der Blindheit sowie dichterische Auseinandersetzungen mit dem Erblinden, dem Augenschließen, der Nacht. Die Studie will einen Beitrag zum Verständnis Rilkescher Sinnespoetik leisten, und widmet sich im Zuge dessen der ‚Rückseite' der sinnlichen Wahrnehmung: allerlei ‚blinden Flecken' und Aporien wie der Blindheit, der Taubheit, der Stille und dem Schweigen, den Liegenden und Lahmen sowie den Phantasmen und Unzulänglichkeiten des Geruchs und Geschmacks. Als unbewohnte Abgründe, Leerstellen der Sinnlichkeit fordern sie heraus und beflügeln die dichterische Phantasie, als Schnittstellen zwischen den Sinnen fordern sie zu Korrespondenzen und Übersetzbarkeit auf. Die Autorin Adrianna Hlukhovych promovierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München in den Fächern Neuere deutsche Literatur, Slawistik, Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft.