ISBN: 978-3-8260-2243-2 Erscheinungsahr: 2002 Seitenanzahl: 338 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Was nach Lévy-Strauss typische Denkmuster der sog. Primitiven sind und was nach Foucault in Europa bis zum 16. Jahrhundert das Begreifen der Welt bestimmte, nämlich das Denken in Analogien, die Ähnlichkeitsepisteme, eben: das ,Wilde Denken' steuert auch heute noch in westlichen Kulturen menschliches Erkennen und Begreifen. Das demonstriert die Beziehung zwischen Neuer Musik und der Idee vom Ende der Geschichte. Verschiedene Musikschriftsteller und Komponisten, allen voran Theodor W. Adorno und Wolfgang Rihm, interpretierten und konzipierten zeitgenössische Musik in Bezug auf eine technologisch dominierte, dehumanisierte und letztlich geschichtlich erstarrte Gesellschaftsverfassung - das Ende der Geschichte, wie es Soziologen und Philosophen in Schreckensvisionen entworfen hatten. Wildes Denken in der Neuen Musik rekonstruiert die Hintergründe dieser ungewöhnlichen Beziehung zwischen Musik und dem Endgeschichtsgedanken. Es zeigt, wie in den 50er Jahren Adorno, der eigentliche Urheber der Musik-Endgeschichtsbeziehung, sein Aufsehen und Protest erregende Kritik der Neuen Musik auf die Idee vom Ende der Geschichte stützte, indem er auf strukturelle Ähnlichkeiten zwischen seriellen Kompositionstechniken und einer endgeschichtlichen Weltverfassung hinwies. Adornos Kritik blieb nicht ohne Konsequenzen. Obwohl die strukturellen Gemeinsamkeiten den verglichenen Phänomenen - der Musik und dem Endgeschichtsgedanken - lediglich äußerlich sind, verlieh die Ähnlichkeitsepisteme Adornos Argumentation soviel Plausbilität, daß in den 70er und 80er Jahren Komponisten wie Wolfgang Rihm und Luigi Nono Musik ,gegen die endgeschichtliche Bedrohung' schrieben. Die Autorin Nach dem Studium der Musikwissenschaft und Kunstgeschichte promovierte Beate Kutschke in Kulturwissenschaften in Berlin. Ihre hermeneutisch-epistemologischen Arbeiten untersuchen den Einfluß soziopolitischer, ästhetischer und wissenschaftlicher Denkfiguren auf die Wahrnehmung, Deutung und Funktion kultureller Produkte und Praktiken - vornehmlich zeitgenössischer Musik.
ISBN: 978-3-8260-3211-0 Erscheinungsahr: 2005 Seitenanzahl: 500 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Der Titel dieses Buches berührt mit den Worten "Komposition" und "Hermeneutik" nicht nur einen wesentlichen Aspekt geisteswissenschaftlichen Arbeitens, sondern ebenfalls die Sphäre der musikalischen Praxis. Die Konfrontation von wissenschaftlichen und künstlerischen Herangehensweisen ist zwar ein ständiges Desiderat im Dienste ganzheitlichen Verstehens, aber auch immer wieder Anlaß für Befangenheiten. In Hartmut Fladts Schaffen steht die Verbindung von subjektiv-schöpferischer Sinnstiftung und ihrer wissenschaftlichen Aufarbeitung für die Auflösung dieser Ressentiments. Die vorliegende Sammlung versucht, dem zu Ehrenden in ihrer Vielseitigkeit Rechnung zu tragen. Daneben ist eine Reihe von Kompositionen entstanden. Durch die Breite der behandelten Themen ist die vorliegende Sammlung zu einer Plattform der zeitgenössischen Musiktheorie geworden. Die Herausgeber Prof. Dr. Ariane Jeßulat lehrt Musiktheorie an der Hochschule für Musik Würzburg. Andreas Ickstadt lehrt Musiktheorie an der Universität der Künste Berlin und an der Hochschule für Musik "Franz Liszt" Weimar. Prof. Dr. Martin Ullrich lehrt Musiktheorie an der Universität der Künste Berlin und an der Hochschule für Musik und Theater Rostock.
ISBN: 978-3-8260-2392-7 Erscheinungsahr: 2002 Seitenanzahl: 179 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Isang Yun war ein kultureller Doppelgänger; als Komponist autonomer Künstler im westeuropäischen Sinne, als Person in seiner Heimat Korea verwurzelt. Die grundverschiedenen Musikbegriffe beider Kulturen verursachen die für sein Werk besondere Spannung. Durch die in den 1960er Jahren vollendete Hauptklangtechnik machte Yun Merkmale der koreanischen traditionellen Musik zum Kommunikationsmedium seiner eigenen Musiksprache. Im vorliegenden Buch werden kulturelle Ost-West-Beziehungen anhand der Musikwelt Isang Yuns untersucht. Es werden Grundlagen des ostasiatischen Denkens dargelegt, und Analysen von Yuns zwei wichtigen Werken Réak (1966) und Gagok (1972) zielen auf die Frage ab, ob seine Kompositionen als Verschmelzung von ostasisatischem Denken mit westeuropäischer Musiksprache anzusehen sind. Die Autorin nimmt eine kritische Position gegenüber der verbreiteten Bejahung dieses Verschmelzungstopos ein. Ausgangspunkt hierfür ist der Begriff der westeuropäischen Werkautonomie. Yun wollte seine Musik selber taoistisch verstanden wissen, sie ist jedoch aus anderer Perspektive dem westeuropäisch-dialektischen Denken keineswegs fremd. Die Autorin stellt heraus, dass die für Yun spezifische "Ausdrucksgeste" durch jene Doppeldeutigkeit geprägt ist. Die Autorin Shin-Hyang Yun wurde 1964 in Kyungbuk, Süd-Korea, geboren. Im Jahr 1988 hat sie an der Sookmyung-Frauen-Universität ein Gesangsstudium (M.A.) abgeschlossen. Von 1990 bis 1998 studierte sie an der Universität in Freiburg Musikwissenschaft, Philosophie sowie Germanistik. Im Jahr 2001 schloss sie ihre Promotion am musikwissenschaftlichen Institut der Universität zu Köln ab. Derzeit lehrt sie in verschiedenen koreanischen Universitäten (u. a. in Sookmyung-Frauen-Universität) in Seoul, Taejon, und Taegu.